Wie weit reicht die Wissenschaftsfreiheit? Wo beginnt die Pflicht, klare Grenzen zu ziehen? Die Friedrich-Schiller-Universität Jena steht vor einer heiklen Abwägung.
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Universität Jena darf keinen Antisemitismus in Thüringen dulden
Die Kritik an der Einladung zweier israelkritischer Autoren trifft dabei einen wunden Punkt des akademischen Selbstverständnisses. Universitäten haben eine besondere Verantwortung. Sie dürfen nicht zum Resonanzboden für Positionen werden, die Diskriminierung relativieren oder jüdisches Leben verunsichern. Der Hinweis des Verfassungsschutzes, die Proteste jüdischer Hochschullehrender und die Sorge von Studierenden sind Alarmsignale.
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Allerdings ist es gerade in konfliktreichen Fragen wie dem Nahostkonflikt notwendig, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen. Auch solche, die provozieren. Dass die Hochschulleitung eine sorgfältige Prüfung ankündigt und nicht reflexhaft entscheidet, ist deshalb richtig. Wissenschaft lebt vom Diskurs, nicht vom Schweigen. Wer vorschnell handelt, riskiert den Eindruck von Zensur.
Kritik an israelischer Regierung ist legitim, Hass auf Juden in Thüringen nicht
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Am Ende muss jedoch feststehen: In Thüringen – ob am Stammtisch, am Arbeitsplatz, an Unis – ist kein Raum für Antisemitismus. Nicht im Namen der Debatte, nicht im Schatten der Freiheit und nicht unter dem Deckmantel von Forschung und Lehre. Kritik an der israelischen Regierung und dem Krieg in Gaza ist legitim. Sie darf aber nie in Hass auf Jüdinnen und Juden im Freistaat münden.





