Karsten Wildberger hatte nicht viel Zeit für die Entscheidung, damals, im Mai 2025. „Ich saß im Wohnzimmer und hab was gelesen“, erzählt Wildberger, „und da kam eine Nachricht, ob ich in einer halben Stunde mal telefonieren könnte. Ich konnte die Nummer nicht zuordnen.“ Es war Friedrich Merz, und er hatte einen Job im Angebot: Minister in seinem Kabinett, als Chef des neuen Digitalministeriums. „Es kam komplett unerwartet.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Merz gab seinem Wunschkandidaten eine Nacht, um darüber zu schlafen. Das reichte dem Bauchmenschen Wildberger: „Ich hatte ein gutes Gefühl.“ Er sagte zu – obwohl es auch Stimmen in seinem Umfeld gab, die ihm abrieten. Die Sorge: Er könnte sich aufreiben.

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#34 Karsten Wildberger über den Anruf von Friedrich Merz, Digital Detox und Heavy Metal
Meine schwerste Entscheidung
 

Heute verdient Wildberger deutlich weniger als zu seiner Zeit als Manager bei der MediaMarkt/Saturn-Kette. Dafür sind seine Tage länger – und auch das Stresslevel ist höher. „Abschalten – das gelingt mir aktuell noch nicht so gut“, bekennt der 56-Jährige. Deutschland zu digitalisieren und den Staat grundsätzlich zu modernisieren – das sei „schon eine gewaltige Aufgabe“.

Im Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ dieser Redaktion erzählt der promovierte Physiker, wie es ist, aus dem Nichts ein Ministerium zu gründen, mit Tassen vom Flohmarkt und einem provisorischen Zuhause. Denn: Erst jetzt, ein knappes Jahr nach dem Regierungsstart, bekommt das Digitalministerium einen eigenen Standort in den Räumen des ehemaligen Gesundheitsministeriums. Auch das Team, das aus vielen Ministerien zusammengewürfelt wurde und am Anfang nur aus einer Handvoll Leuten bestand, musste erst einmal zusammenwachsen.

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Im Studiogespräch geht es auch um die Chancen und die Gefahren von KI – und die Frage, wie Deutschland in zehn Jahren aussehen wird: Wildberger glaubt an den flächendeckenden Einsatz von Robotern in der Pflege – aber auch daran, dass es in den Schulen weiterhin Hausaufgaben gibt. Auf die Frage, ob man in zehn Jahren noch erkennen kann, was Fake ist und was echt ist, antwortet Wildberger vorsichtig: „Das müssen wir, wenn wir als Gesellschaft weiter funktionieren wollen.“ Anders als viele KI-Experten gibt sich der Digitalminister mit Blick auf die Arbeitswelt dagegen weniger alarmiert: Gibt es noch Fließbandarbeit? „Ja.“ Gibt es noch Sachbearbeiter oder Verwaltungsangestellte? „Ja.“

Alle Folgen auf einen Blick:


Wildberger hat eine zutiefst optimistische Sicht auf KI. Seine Hoffnung: dass es gelingt, die KI so weiterzuentwickeln, dass sie für die Menschen kontrollierbar bleibt. Die wichtigste Frage: Gibt es ein Sicherungssystem, das nicht von der KI ausgehebelt werden kann? Wildbergers Antwort: Es gebe viele Szenarien, die noch unerforscht seien – etwa ein Modell, vergleichbar mit der DNA bei Lebewesen.

Wildberger beschreibt im Podcast zudem, wie digital sein Alltag ist und warum er trotzdem die erste Stunde am Morgen möglichst nicht mit Handynachrichten und Mails verbringt. Er verrät, in welchen Fällen er KI nutzt und wofür genau – und wann er Briefe ganz traditionell auf Papier schreibt. Und warum es bei ihm manchmal Heavy Metal sein muss.

Den Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ können Sie hier hören und auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Podcast und Amazon Music. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Donnerstag.