Lange hatten die Wahlumfragen die CDU in Baden-Württemberg deutlich vor den regierenden Grünen gesehen. Doch rund zwei Wochen vor der Landtagswahl ist ein Video aufgetaucht, das den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel und seine Partei in Bedrängnis bringt. Darin äußerte sich Hagel fragwürdig über eine minderjährige Schülerin – nun hat sie auf die Aussagen reagiert.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Kann schon sein, dass er damals bei uns in der Klasse war. Aber ich erinnere mich nicht an ihn“, sagt die heute 23-jährige Eva gegenüber „Bild“. Bei einer Vor-Ort-Recherche in Ehingen haben Reporter der Boulevardzeitung Evas Tante ausfindig gemacht und einen Kontakt zu der ehemaligen Schülerin hergestellt.

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Manuel Hagel erntet Sexismus-Vorwürfe: „Was sendet das für ein Signal?“

In dem Video von 2018 erzählte Hagel einem „Regio TV“-Moderator von einem Termin, den er als Berufspolitiker hatte. „Ich war vor wenigen Wochen in einer Realschule bei uns im Wahlkreis. Eine Klasse, 80 Prozent Mädchen. Da gibt es für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.“

Besonders kritisiert wird Hagels Satz über Eva: „Ich werde es nie vergessen, die erste Frage. Sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“ Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer kommentierte den Interviewausschnitt auf ihrem Instagram-Kanal: „Warum muss es um das Aussehen dieses minderjährigen Mädchens gehen? Und was sendet das für ein Signal an Mädchen und junge Frauen, die sich in der Politik engagieren wollen?“

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Hagel: „Bereue das von ganzem Herzen“

Der grüne Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, äußerte sich auf Anfrage kritisch zu den Aussagen des CDU-Politikers: „Was Herr Hagel da gesagt hat, geht gar nicht. Wer das anders sieht oder irgendwie relativieren möchte, dem widerspreche ich sehr klar und deutlich. Herr Hagel sieht das ja mittlerweile auch selbst ein. Ein Aspekt ist mir aber auch wichtig: Dass man den Menschen zugesteht, einen Fehler einzusehen“, sagte er unserer Redaktion.

Im Interview mit der FUNKE Mediengruppe gibt auch Hagel zu: „Dieser Satz war wirklich Mist, daran habe ich nie einen Zweifel gelassen. Ich würde diesen Satz heute auch nie mehr so sagen und bereue das von ganzem Herzen.“ Wenige Tage vor der Landtagswahl am 8. März wurde der Aufwind der CDU derweil gebremst, die Grünen holen auf.