Brief an Tiefensee: Studierende beklagen uneinheitliches Vorgehen der Hochschulen

Erfurt.  Thüringer Studierende haben sich mit einem Offenen Brief an Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gewandt und das uneinheitliche Vorgehen in der Corona-Krise kritisiert.

Einige Hochschulen in Thüringen haben bereits Online-Kurse gestartet, andere dagegen haben mit der Lehre für das Sommersemester noch nicht begonnen (Symbolbild).

Einige Hochschulen in Thüringen haben bereits Online-Kurse gestartet, andere dagegen haben mit der Lehre für das Sommersemester noch nicht begonnen (Symbolbild).

Foto: Caroline Seidel / dpa

In einem offenen Brief an Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) haben Thüringer Studierende ein uneinheitliches Vorgehen der Hochschulen in der Corona-Krise beklagt. Es sei derzeit sehr schwierig für die Studierenden, herauszufinden, wann die Vorlesungen und Lehrveranstaltungen an den Hochschulen beginnen, teilte die Konferenz Thüringer Studierendenschaften (KTS) am Dienstag mit. Einige Hochschulen wie die Technische Universität Ilmenau oder die Ernst-Abbe-Hochschule in Jena hätten bereits Online-Kurse gestartet, andere dagegen hätten mit der Lehre für das Sommersemester noch nicht begonnen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Dies führe zu einer Ungleichbehandlung der Thüringer Studierenden. „Chancengleichheit ist nicht mehr gegeben“, heißt es in dem Brief der KTS an Tiefensee. Außerdem gebe es viele Unklarheiten. „Essentielle Fragen bleiben gänzlich unbeantwortet, wie beispielsweise wann das Sommersemester endet und über welchen Zeitraum sich die Prüfungsphase erstrecken soll“, monieren die beiden Sprecher der KTS, Donata Vogtschmidt und Florian Rippstein.

Wissenschaftsministerium weist Vorwurf einer Ungleichbehandlung zurück

Tiefensee hatte am Montag betont, dass das Sommersemester als vollwertiges Semester stattfinden soll. „Ziel muss es sein, dass alle Studien- und Prüfungsleistungen oder Praxiszeiten vollständig und so wie vorgesehen erbracht werden können“, erklärte Tiefensee.

Ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums wies darauf hin, dass sich das Ministerium und die Hochschulen auf einen Vorlesungsbeginn mit digitalen Lehrformaten spätestens am 4. Mai verständigt hätten. Den Vorwurf einer Ungleichbehandlung wies er zurück. Die Vorlesungszeiten an den Hochschulen in Thüringen hätten auch bislang zu unterschiedlichen Terminen begonnen. „Wann mit den Vorlesungen vor Ort begonnen werden kann, hängt von der Aufhebung der derzeitigen Kontaktbeschränkungen ab“, erklärte der Sprecher.