Pandemie

Corona-App: Chaos Computer Club gibt keine Empfehlung ab

Berlin.  Im Video-Interview spricht Linus Neumann vom CCC über Kritik an der neuen Corona-App. Er räumt dabei mit einigen Befürchtungen auf.

Das sagt der Chaos Computer Club zur Kritik an der Corona-App

Wenn Menschen auf Facebook Datenschutz-Bedenken wegen der Corona-App vorbringen, ringt es CCC-Sprecher Linus Neumann ein Lächeln ab. Im Video äußert er sich zur Kritik an der App.

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  • Was sagt der Chaos Computer Club (CCC) zur Corona-Warn-App der Regierung?
  • Im April kritisierten die Mitglieder in einem offenen Brief, dass die Regierung die App zunächst auf einen zentralen Server setzte
  • Die Entwickler nahmen die Kritik ernst. Die Daten bleiben nun auf den Handys der jeweiligen Nutzer
  • Dennoch bleibt der CCC weiterhin kritisch, was die Aktivitäten der Regierung angeht – man wolle keine Empfehlung abgeben

Normalerweise macht der Chaos Computer Club auf Missstände aufmerksam, aber ausnahmsweise hat er an einem Regierungsprojekt nichts auszusetzen: In Bezug auf den Datenschutz ist die Corona-Warn-App in Ordnung – auch wenn Kommentatoren in sozialen Netzwerken das in Zweifel ziehen.

„Diskussionen bei Whatsapp, Instagram oder Facebook haben auf jeden Fall erhöhten Unterhaltungscharakter“, sagt Linus Neumann, einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC). Wer Facebook oder Whatsapp nutzt, schenkt den Konzernen weitaus mehr Daten, als die Corona-App abgreift.

Corona-App: Chaos Computer Club kritisierte zentrale Speicherung

Die Entwicklung der App hat der CCC von Anfang an begleitet: Im April kritisierten die Mitglieder in einem offenen Brief, dass die Regierung die App zunächst auf einen zentralen Server setzte, auf dem alle Daten gespeichert werden sollten. Die Entwickler nahmen die Kritik ernst. Die Daten bleiben nun auf den Handys der jeweiligen Nutzer. Lesen Sie hier: Neuer Schweinegrippe-Virus entdeckt - droht nach Corona neue Pandemie?

So funktioniert die Corona-App
So funktioniert die Corona-App

„Argwohn angebracht, was zukünftige Projekte angeht“

Trotzdem spricht Neumann keine Empfehlung aus, das müsse jeder Nutzer für sich entscheiden. Manche Menschen dürften eben nicht das geringste Risiko eingehen, Datenspuren zu hinterlassen. Investigative Journalisten beispielsweise, die sich mit Interviewpartnern treffen, die unerkannt bleiben sollen. Da gebe es aber auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel das Handy zu einem Treffen gar nicht erst mitzunehmen.

Trotz der guten Erfahrung bleibt der CCC kritisch: „Wir nehmen bei der Bundesregierung selten wahr, dass sie von Überwachungstendenzen abrückt“, sagt Neumann. „Insofern ist natürlich Argwohn angebracht, was zukünftige Projekte angeht.“

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