Bundesweite Aktion

Die Wut der Bauern entzündet sich

Bucha/Kalte Schenke.  Mit einem Mahnfeuer an Grenze der Landkreise Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt erinnern Landwirte an ihre Probleme.

Landwirte beim Mahnfeuer auf dem Gartenhügel zwischen Bucha und Kalte Schenke am Samstagabend.

Landwirte beim Mahnfeuer auf dem Gartenhügel zwischen Bucha und Kalte Schenke am Samstagabend.

Foto: Peter Cissek

Ein Mahnfeuer auf dem Gartenhügel zwischen Bucha und Kalte Schenke haben Landwirte aus den Landkreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt am Samstagabend angezündet. „Das ist hier weit und breit der höchste Punkt. Unser Feuer kann man selbst von der Leuchtenburg sehen“, sagte Marcel Schnorr, Aufsichtsratsvorsitzender der Agrargenossenschaft Kamsdorf. Nach den Grünen Kreuzen und dem Traktoren-Korso nach Berlin haben die in der Organisation „Land schafft Verbindung“ zusammengeschlossenen Bauern am Samstagabend bundesweit über 800 Mahnfeuer gezündet. Ihr Ziel ist es, die Verbraucher vor Ort, aber auch Politiker wie die auf dem Gartenhügel anwesende Unterwellenborner Bürgermeisterin Andrea Wende (Freie Wähler) für ihre Probleme zu sensibilisieren.

„Wir haben ernsthafte Sorgen um die Existenz der Betriebe in allen Größenordnungen und Wirtschaftsweisen. Und diese gemeinsame Sorge bringt alle Bauern dazu, sich in Form dieser Aktionen zu wehren. Üblicherweise haben wir Bauern für solche Demos keine Zeit. Mittlerweile steht aber vielen Kollegen das Wasser bis zum Hals und die Anforderungen, Bedingungen, Gesetze und Regelungen werden in einem rasanten Tempo verschärft. Das macht vielen Angst“, erklärte Gunnar Jungmichel, Vorstand der Agrarprodukte Ludwigshof in Ranis und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Saale-Orla.

Die Bauern fordern unter anderem die genaue Ursachenforschung zu den Nitratwerten im Grundwasser und keine pauschale Schuldzuweisung an die Landwirte. Ferner fordern sie gleiche Standards mindestens EU-weit. Sie möchten nicht im Gegenzug für bessere Exportchancen für die Auto- und Maschinenindustrie durch das Mercosur- und weitere EU-Handelsabkommen „geopfert“ werden, wie die Landwirte erklärten.

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