Geraer Linke läuten Generationswechsel zur Landtagswahl ein

Gera  Zwei Mal 100 Prozent: Andreas Schubert und Daniel Reinhardt sind die beiden Direktkandidaten der Partei für die Geraer Wahlkreise

Daniel Reinhardt (links) und Andreas Schubert.

Daniel Reinhardt (links) und Andreas Schubert.

Foto: Marcel Hilbert

„Generationswechsel“ ist eines der häufigsten Worte am Sonnabend im SOS-Kinderdorf Gera. Und mit ihren beiden dort gewählten Direktkandidaten für die Landtagswahl im Herbst läuten die Geraer Linken durchaus einen Generationswechsel ein.

Daniel Reinhardt (32) und Andreas Schubert (48) werden ins Rennen um die Direktmandate fürs Landesparlament in den beiden Geraer Wahlkreisen gehen. Ohne Gegenkandidaten wurden beide mit jeweils 100 Prozent der gültigen Stimmen von der Mitgliederversammlung gewählt, wobei bei Reinhardt zwei, bei Schubert sechs der jeweils 46 abgegebenen Stimmzettel ungültig waren.

Reinhardt und Schubert treten die Nachfolge der zuletzt jeweils dreimal in Folge direkt in den Landtag gewählten Geraer Linken-Politikern Margit Jung und Dieter Hausold an. Reinhardt kandidiert im Jung-Wahlkreis 41 (Gera-Nord), Schubert in Hausolds bisherigem Wahlkreis 42 (Gera-Süd).

Beide wollen auch wieder in den Geraer Stadtrat

Sowohl Schubert als auch Reinhardt sitzen für die Linken im Stadtrat und wollen auch für den neu zu wählenden Stadtrat kandidieren. Über die Stadtratsliste stimmen die Linken erst am 16. März ab, bis dahin wird am Kommunalwahlprogramm gearbeitet, sagte Andreas Schubert, Vorsitzender des Stadtverbandes und der Stadtratsfraktion der Linken. Er ist Diplom-Ingenieur der Geophysik, leitet aktuell das Wahlkreisbüro Dieter Hausolds. Nicht zuletzt dadurch habe er einige Erfahrung in der Wahlkreisarbeit gesammelt. Sein Kernthema sei die soziale Gerechtigkeit, vor allem in Bildungsfragen. Hier liege sein Fokus auf der Teilhabe an sozialen, kulturellen und Bildungsangeboten, was für ihn vor allem am Thema Mobilität hängt. Das Sozialticket für Gera – am liebsten auch landesweit – sei ein konkretes Beispiel.

Daniel Reinhardt ist gelernter Erzieher. Heute leitet er den Geraer Kindergarten „Kinderparadies“ und nennt drei Themen für die Landtagswahl: Bildung, Umwelt- und Klimaschutz und Wirtschaft. Im Bereich Bildung zum Beispiel will er sich für die Erhöhung des Erzieher-Kind-Schlüssels in Kindergärten, für die verstärkte Einstellung von Lehrern aber auch für Veränderungen beim Thema Inklusion einsetzen, mit dem in seinen Augen die Lehrer alleingelassen würden. Susanne-Hennig-Wellsow, die Landesvorsitzende der Linken, erklärte in Gera, dass es nicht nur Wunsch sondern als Ministerpräsidenten-Partei auch Ziel sein muss, in Thüringen stärkste Kraft zu werden. Keine Überraschung sei, dass man Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) wieder als Ministerpräsidenten vorschlagen werden, sagte sie.

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