Hohe Verluste bei Abwasser in Zeulenroda

Verbandsausschuss des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Zeulenroda versagt der Werksleitung und dem Verbandsvorsitzenden die Entlastung für das Geschäftsjahr 2010

Die Kläranlage Zeulenroda ist seit 1998 in Betrieb. Foto: Steffen Beikirch

Die Kläranlage Zeulenroda ist seit 1998 in Betrieb. Foto: Steffen Beikirch

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Zeulenroda. Die Werksleitung des Eigenbetriebes Zweckverband Wasser/Abwasser Zeulenroda (ZV WAZ) sowie der Verbandsvorsitzende Frank Steinwachs erhielten zur Sitzung des Verbandsausschusses am gestrigen Vormittag von den Mitgliedern keine Entlastung für das Wirtschaftsjahr 2010.

Grund dafür ist, dass der Betriebszweig Abwasser 2010 einen Verlust von 789 000 Euro eingefahren hat.

Wirtschaftsprüfer Uwe Hellmich legte gestern den Prüfungsbericht 2010 vor – ein recht umfangreiches Zahlenwerk. Bereits das Vorjahr wurde im Abwasserbereich mit einem Minus von rund 652 000 Euro beendet, obwohl für beide Jahre ein ausgeglichenes Ergebnis geplant war.

Die gesamte Darlegung der Beitragsforderungen sei das eigentliche Problem, so Hellmich. Fehlende Gegenüberstellungen, bis ins Detail aufgeschlüsselte gezahlte Kunden-Beiträge sowie, wenn es sie gibt, offene Forderungen, sei die Hauptursache des Debakels.

Bei den Einzelnachweisen, die die offenen und getätigten Zahlungen belegen, würde es große Schwachpunkte geben, sagt der Wirtschaftsprüfer und fordert eine schnelle Beseitigung, auch um offene Rechnungen bei den Beiträgen von insgesamt rund 8 Millionen Euro einfordern zu können.

Wegen der mangelhaften Beitragsdarstellung gab es vom Wirtschaftsprüfer den Bestätigungsvermerk im Abwasserbereich "Einschränkung". Das wiederum bedeutet, "die Bilanzierung der Abwasserbeiträge ist nicht richtig", sagt Hellmich.

Eine fehlende Software, mit der alle Vorgänge bei den Abwasserbeiträgen dargestellt werden können, sei dafür der Grund, so Jürgen Bloß, verantwortlich für Finanzen im Eigenbetrieb WAZ. Andere Verbände hätten dazu Arbeitskräfte extra eingestellt, meinte der Wirtschaftsprüfer. Er weiß, wie umfangreich die Tätigkeit ist, da Altdaten, Teilbescheide und unterschiedliche Zahlungsweise erfasst werden müssen.

Wenn nötig, muss das auch von Hand vollzogen werden, so Bloß. Er schätzt, dass dazu eine Vollzeitkraft in Zeitarbeit ein Jahr lang beschäftigt wäre. Die Software würde nun von der verantwortlichen Firma entwickelt werden.

Den Vorschlag von Kai Dittmann (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Langenwetzendorf, Hilfe bei Nachbarzweckverbänden zu holen, wurde von den Verantwortlichen bereits ins Auge gefasst und man versprach eine schnelle Lösung.

Verbandschef Frank Steinwachs schlug den Ausschussmitgliedern vor, die Entscheidung zur Entlastung für das Geschäftsjahr nun der Verbandsversammlung zu überlassen.