Katharina König-Preuss (Linke) liest aus Hass-Post an sie vor

Saalfeld  Von „Pummelfee“ bis „dreckige Jüdin“: Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss (Linke) las in Saalfeld aus gegen sie gerichteten Hass-E-Mails.

Abgeordnete Katharina König (Die Linke)

Abgeordnete Katharina König (Die Linke)

Foto: Alexander Volkmann

Sie wissen nicht, was sie tun. Auch das wissen sie nicht: „Was A über B sagt, sagt mehr über A aus, als über B.“ Die Personen, die Hass-E-Mails schicken oder Hass-Beiträge veröffentlichen, befinden sich in einer sehr speziellen mentalen und intellektuellen Situation. Das wurde deutlich bei einer Lesung der Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss (Die Linke) am Freitag in ihrem Saalfelder Wahlbüro „Haskala“. Die für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus bekannte Politikerin las nicht aus einem eigenen Werk, sondern aus hasserfüllten, an sie gerichteten E-Mails und aus sie betreffenden Eintragungen in den so genannten sozialen Medien. „Hallo Königin“ oder auch „Na Käthe, Pummelfee“ sind noch die eher harmlosen Anreden. Doch weil „die Wahrheit dem Menschen zumutbar ist“ (Ingeborg Bachmann) hier auch die unschönen Ansprachen: „Judenvotze, Sau, Viehzeug“, „Du Scheiß Linksfaschistin“, „Fettgefressene Zecke“. Einige E-Mails, das machte Katharina König-Preuss deutlich, haben unmissverständlich Drohpotenzial: „Du mieses Stück Scheiße, deine Zeit läuft ab“. Ein Twitter-Nutzer will „asoziale Missgeburten ... an die Wand stellen“; die würden „erschossen wie kleine Homos“, wobei der Absender mutmaßlich versehentlich „wir kleinen Homos“ schreibt.

Die Landtagsabgeordnete macht in ihrer Lesung ihre unerschrockene bis amüsierte Grundhaltung all dem gegenüber deutlich. Die orthografischen und grammatikalischen Unzulänglichkeiten sind bisweilen unfreiwillig komisch. Einer spricht sich gegen „unkontrolliertes Emikrieren“ aus und fordert, „dass Sie mir wissenschaftlich antworten“. König-Preuss warnt aber auch: „Worte können schnell zu Taten werden.“

Bedenklich ist der in den E-Mails und Online-Beiträgen deutlich werdende Antisemitismus und Rassismus. Da heißt es zum Beispiel: „Die Nase, da weiß man gleich, wo die herkommt“. Einmal wird sie aufgefordert: „Reiß dich zusammen, du dreckige Jüdin!“ Ein namhafter Thüringer Neo-Nazi, das zeigt ein Video während eines Thügida-Aufmarsches in Saalfeld, betitel König-Preuss als „Hexe“. Der Neonazi erklärt, er wolle „niemanden dazu animieren, die Hexenverbrennung wieder einzuführen, aber ...“ Abschließend stellte die Politikerin klar, dass ihr derartige „Gewaltanwendungen in der Sprache“ bei Linken „absolut unbekannt“ sei.

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