Müde Reaktion auf "Gastspiel" sächsischer Polizei in Jena

Auffällig bedeckt verhält sich das Thüringer Innenministerium zum Gastspiel sächsischer Polizeibeamter am Mittwoch in Jena. Es habe sich gar nicht um einen Polizeieinsatz gehandelt, sagte Ministeriumssprecher Thomas Mau auf Anfrage dieser Zeitung.

Polizeibeamte aus Sachsen bei der Durchsuchung der Geschäfts- und Wohnräume von Stadtjugendpfarrer Lothar König in Jena. Foto: Frank Döbert

Polizeibeamte aus Sachsen bei der Durchsuchung der Geschäfts- und Wohnräume von Stadtjugendpfarrer Lothar König in Jena. Foto: Frank Döbert

Foto: zgt

Erfurt. Die Aktion sei "eine Ermittlungshandlung der Staatsanwaltschaft Dresden" gewesen, über die in Erfurt niemand vorab informiert war.

Dass in allen Polizeiorganisationsgesetzen der Länder andere Regeln gelten, ficht Jan Hille, Sprecher der Dresdener Staatsanwaltschaft, nicht an. Seine Behörde ermittle im Sinne der Strafprozessordnung gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König, sagte Hille. Das sei Bundesrecht. Die sächsische Justiz verdächtigt König, bei Demonstrationen gegen einen Naziaufmarsch in Dresden im Februar zu Gewalt angestachelt zu haben. Er soll ein Polizeiauto abgedrängt und mutmaßliche Täter vor Verfolgung geschützt haben. Die Hausdurchsuchung bei dem Pfarrer fand ohne Thüringer Zutun statt.

Protest gegen Durchsuchung bei Pfarrer König in Jena
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.