Nachrückerin aus Schmölln: Ute Lukasch für zunächst 1 Jahr im Landtag

Ute Lukasch aus Schmölln ist Nachrückerin der Linke-Fraktion. Eine Sitzung des Petitionsausschusses liegt schon hinter ihr

Ute Lukasch aus Schmölln rückte für Martina Renner in den Landtag nach Foto: Volkhard Paczulla

Ute Lukasch aus Schmölln rückte für Martina Renner in den Landtag nach Foto: Volkhard Paczulla

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Autor: Von Volkhard Paczulla

Erfurt Sie wirkt noch ein bisschen scheu, die neue Landtagsabgeordnete. Schmölln ist eben doch etwas übersichtlicher als die Landeshauptstadt. Aber Ute Lukasch ist nicht der Typ, der sich unterkriegen lässt. Sie hat noch nie gekniffen.

Die Linke-Politikerin ist für Martina Renner, die in den Bundestag gewählt wurde, in den Landtag nachgerückt. Von Listenplatz 33. Damit war nicht unbedingt zu rechnen, sagt Ute Lukasch. Und dass sie sich nicht anmaße, die Lücke von Renners Kompetenz im Innenausschuss schließen zu können. Dass die Fraktion sie im Petitionsausschuss einsetzt, sei völlig in Ordnung. Eine Sitzung habe sie da schon mitgemacht, interessant, sagt sie. Wo es um die Sorgen und Probleme der Bürger geht, sei sie richtig.

Das Spezialgebiet der Schmöllner Stadträtin ist eigentlich Soziales. Genauer: Hartz IV. "Über dieses Gesetz habe ich mich von Anfang an aufgeregt", berichtet die 52-Jährige. Sie könne es nicht ausstehen, wenn damit Menschen über den Nuckel gezogen würden, nur weil die nicht in der Lage sind, den Antrag richtig auszufüllen. Ute Lukasch hat sich deshalb reingewühlt in die Materie, und dann hat sie diese Selbsthilfegruppe "IMArgen" mitgegründet. Bei den Argen in Ostthüringen kennt man sie inzwischen als sachkundige Begleiterin von jenen, die in Hartz IV rutschen. Was Arbeitslosigkeit bedeutet, hat die aus Sachsen stammende Frau selbst erlebt. Dreimal taucht das Wort in ihrer Kurzvita auf. Nach der Wende, klar. Gelernt hat Ute Lukasch Wirtschaftskaufmann in einem Leipziger Großhandelsbetrieb. Dann wechselte sie in den Schlachthof der Messestadt. Wer da arbeitete, musste schon ziemlich hart verpackt sein. Sie hat ein Fachschul-Fernstudium in Handelsökonomie bestanden, geheiratet und kam nach Schmölln, wie das so geht. Ihre Stelle als Personalleiterin bei der HO war dann 1990 weg.

Sie hat gekämpft um Arbeit, immer wieder. Sogar als freiberufliche Reinigungskraft. Ihre frühe SED-Mitgliedschaft war dabei irgendwie in Vergessenheit geraten. Bis zu jenem katastrophalen PDS-Bundesparteitag in Gera 2002. Da ist sie am nächsten Tag eingetreten in die Partei, die manchmal zur Selbstzerfleischung neigt.

Ihr erster Eindruck von der Fraktion sei ein guter. Ein knappes Jahr noch, dann sind Landtagswahlen. Ute Lukasch hat sich vorgenommen, zu kandidieren. Dann für volle fünf Jahre im Landesparlament.

Bild 1: Ute Lukasch ZschernitzschFoto: Privat

Bild 2: Ute Lukasch aus Schmölln rückte für Martina Renner in den Landtag nachFoto: Volkhard Paczulla

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