Saalfeld, Stains, Sokolov: Partnerschaften sind quicklebendig

Saalfeld feiert Jubiläum der Städtepartnerschaften mit Stains und Sokolov - und lädt Kulmbach und Zalewo gleich dazu ein

Stoßen gemeinsam mit Besucherinnen des Saalfelder Herbstmarktes am Stand von Ralf Kunz (rechts) vom Saalfelder Imkerverein auf die Jubiläen der Städtepartnerschaften an: Die Bürgermeister von Sokolov (Zweiter von rechts), Saalfeld (Mitte) und Stains (links daneben). Foto: Heike Enzian

Foto: zgt

Saalfeld. Es war im Jahr 1964, als der damalige Saalfelder Bürgermeister Richard Pohle und sein Amtskollege aus der französischen Stadt Stains, Louis Bordes, einen Freundschaftsvertrag zwischen beiden Städten abschlossen. Verordnet zwar "von oben", aber dennoch getragen von dem Wunsch nach Verständigung und Zusammenarbeit. Auch wenn sich die Verbindung in den folgenden Jahren meist auf offizielle Termine beschränkte, der Kontakt bleibt immer erhalten.

Zehn Jahre später, 1974, schlossen Saalfeld und die tschechische Stadt Sokolov einen Freundschaftsvertrag. Nachdem die Beziehung in den 1970er und 1980er-Jahren hauptsächlich aus "Rathaustourismus" bestand, wie es Saalfelds Bürgermeister Matthias Graul bezeichnete, wuchs mit der Zeit daraus eine Partnerschaft, "die heute so lebendig gehalten wird, wie es sich die Unterzeichner der Partnerschaftsurkunde ­damals wohl nicht vorstellen konnten", so Graul.

Am Sonnabend feierte Saalfeld das "Goldene" Jubiläum der Partnerschaft mit Stains und das "Rubin"-Jubiläum mit Sokolov mit einem Festakt im Meininger Hof mit den Bürgermeistern und weiteren Vertretern der Partnerstädte. Und wie es sich gehört zur Feier von runden Jubiläen wurden auch Freunde aus den Partnerstädten Kulmbach und Zalewo eingeladen. Einzig aus Samaipata konnte kein Vertreter nach Saalfeld kommen. Dafür aber ist derzeit eine Saalfelder Delegation zu Gast in Bolivien. "Unsere Städtepartnerschaften sind quicklebendig", so beschrieb Saalfelds Stadtoberhaupt die Verbindungen. ­"Mögen sie in Eintracht und mit Glück und Erfolg weiterhin ein Baustein zum Frieden und für ein geeintes Europa sein."

Dass die Partnerschaft zwischen Stains und Saalfeld damals keineswegs selbstverständlich war, daran erinnerte Stains Bürgermeister Azzedine Taibi. "Es war zu dieser Zeit eine Geste, ein Schritt, aber keinesfalls banal. Es geschah erst 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, mitten im Kalten Krieg. Trotz der politischen Veränderungen in beiden Ländern hat sich diese Partnerschaft fortgesetzt. Wir arbeiten weiter an dem, was vor 50 Jahren gestartet ist", sagte er.

Zdenek Berka, Bürgermeister von Sokolov, ging darauf ein, dass man nach der friedlichen Revolution 1989 über die Frage der Erhaltung der Partnerschaft diskutiert hatte. "Es gewann die Meinung, dass an die guten ­Beziehungen und Kontakte angeknüpft werden soll und dass es die Partnerschaft wert sei, fortgesetzt zu werden", sagte er.

Im Verlauf des Festaktes, zu dem auch der Kulmbacher Stadtrat Sigismund Huhn und ein Vertreter der polnischen Stadt Zalewo Grüße überbrachten, trugen sich die obersten ­Abgesandten aller fünf Städte in das Goldene Buch der Stadt Saalfeld ein.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt, der von der Thüringer Staatssekretärin für Bundes- und Europaangelegenheiten Hildigund Neubert eröffnet wurde, von den Thüringer Symphonikern. Mit Musik von Antonin Dvorak, Frederic Chopin und Georg Bizet schlugen sie den Bogen zu den Gastländern Tschechische Republik, Polen und Frankreich. Darüber hinaus wirkte der Männerchor Cantores Iuvenes Saalfeld mit.

Neben dem Festakt nahmen sich die Gäste auch Zeit für Saalfelds Sehenswürdigkeiten. Ein Besuch in den Feengrotten stand dabei ebenso auf dem Programm wie die Teilnahme an der nächtlichen Stadtführung. Die tschechischen Besucher waren außerdem bei der Eröffnung der Ausstellung des gemeinsamen Fotoamateurklubs dabei.

Heike Enzian kommentiert: Viel mehr als nur Ersatz

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