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„Unteilbar“-Demo – Zehntausende setzen Zeichen in Dresden

Dresden.  Es war eine der größten Demonstrationen seit der Wende: Mindestens 35.000 Menschen gingen in Dresden für Toleranz auf die Straße.

Zehntausende Demonstranten waren am Samstag zur „Unteilbar“-Demo nach Dresden gekommen.

Zehntausende Demonstranten waren am Samstag zur „Unteilbar“-Demo nach Dresden gekommen.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

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Eine Woche vor den Landtagswahlen in Sachsen haben Zehntausende in Dresden ein Zeichen für Toleranz gesetzt. Das Bündnis „Unteilbar“ hatte zu der Demonstration aufgerufen. Nach ersten Schätzungen folgten dem Aufruf mindestens 35.000 Menschen.

Damit erlebte die sächsische Landeshauptstadt eine der größten Demonstrationen seit der Wende. Aus allen Teilen Deutschlands waren Menschen nach Dresden gereist, um gegen Fremdenhass und Intoleranz zu protestieren. Ein kilometerlanger Zug von Menschen zog durch die Innenstadt.

„Sachsen kann auch anders, Dresden ist viel, viel mehr als Pegida“, erklärten die Organisatoren am Samstagnachmittag mit Blick auf das islamfeindliche Bündnis.

„Unteilbar“-Demonstration mit bundespolitischer Prominenz

„Wir sind überwältigt: Die Unteilbar-Demonstration hat sich über die gesamte Strecke durch das Stadtzentrum gezogen“, sagte die Sprecherin des Veranstalterbündnisses, Ana-Cara Methmann, beim Finale auf der Dresdner „Cockerwiese“. Zehntausende Menschen hätten ein unmissverständliches Zeichen für Solidarität statt Ausgrenzung gesetzt.

Bei den Landtagswahlen am 1. September in Sachsen und Brandenburg wird in beiden Ländern ein abermaliges Erstarken der AfD erwartet – in Brandenburg könnte sie nach den Umfragen sogar stärkste Kraft werden.

Grünen-Chef Robert Habeck hatte vor der Landtagswahl die CDU attackiert und ihr ein „ungeklärtes Verhältnis zur AfD“ vorgeworfen.

Für die Demonstration war bundesweit mobilisiert worden, es waren Plakate von Gruppen aus Hessen, Bayern, Brandenburg und anderen Bundesländern zu sehen. Zudem war bundespolitische Prominenz angereist, darunter Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Linke-Chef Bernd Riexinger. Allerdings trat keiner von ihnen als Redner auf.

SPD-Bundesvize Ralf Stegner nannte die große Beteiligung ein „eindrucksvolles Signal gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz, für Vielfalt und Demokratie“. Es sei gut, dass dieses Signal eine Woche vor den Landtagswahlen erfolgte. Auf diese Weise werde deutlich, wer die Mehrheit in diesem Land habe.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer war nicht dabei

Der sächsische Landtagsfraktionschef der Linken, Rico Gebhart, sagte: „Unteilbar ist aus meiner Sicht Ausdruck eines Protestes, der sich nicht gegen einzelne Menschen, sondern gegen wachsende Ungleichheit, gegen den Abbau von Grundrechten und gegen Ausgrenzung ausspricht.“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) beteiligte sich nicht, zollte den Teilnehmern aber Respekt und befand es für gut, dass Menschen die Demokratie und den Rechtsstaat verteidigen möchten. „Aber ich kann als CDU-Vorsitzender und Ministerpräsident nicht bei einer Veranstaltung dabei sein, bei der auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie sind. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel“, ließ Kretschmer mitteilen.

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Es gebe Punkte, in denen „Unteilbar“ und er beziehungsweise die CDU auseinanderlägen - beispielsweise bei der Seenotrettung im Mittelmeer oder dem sächsischen Polizeigesetz. „Deswegen muss es legitim sein, wenn die CDU und ich Abstand von einer Teilnahme nehmen. Ich habe lange darüber nachgedacht, und es war keine einfache Entscheidung.“ (dpa/epd/sdo)

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