Verkehrsminister Hoff nennt Grünen-Vorstoß zur Flughafenschließung ideologisch

Erfurt.  Hoff verwies darauf, dass mehr als 2300 Arbeitsplätze direkt oder indirekt an dem Flughafen hingen. Kritik am Vorschlag kommt auch von Seiten der CDU und der AfD.

Die Grünen-Landtagsfraktion hatte sich für die Schließung des Flughafens Erfurt-Weimar ausgesprochen. (Symbolbild)

Die Grünen-Landtagsfraktion hatte sich für die Schließung des Flughafens Erfurt-Weimar ausgesprochen. (Symbolbild)

Foto: Sascha Fromm / TA

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Thüringens Verkehrsminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) hat die Forderung der Grünen nach einer Schließung des Flughafens Erfurt-Weimar zurückgewiesen. Notwendig sei vielmehr eine Strategie, wie sich gangbare wirtschaftliche Perspektiven für den Flughafen Erfurt entwickeln lassen, sagte der Minister am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Grüne wollen Flughafen Erfurt-Weimar schließen

Die vorhandene Infrastruktur müsse für eine zukunftsfähige Entwicklung des Geländes und der Region genutzt werden. Hoff verwies darauf, dass mehr als 2300 Arbeitsplätze direkt oder indirekt an dem Flughafen hingen. „Mit dem aktuellen Vorstoß der Grünen erhält die Diskussion eine Schieflage, da es zunächst erstmal eine ideologische Forderung der Flughafenschließung ist.“

Die Grünen-Landtagsfraktion hatte ein Klima-Programm für Thüringen vorgelegt und sich darin unter anderem für die Schließung des vom Land subventionierten Flughafens Erfurt-Weimar ausgesprochen. An dessen Stelle könnte aus Sicht der Grünen ein Wohngebiet gebaut oder ein Solarpark errichtet werden.

Kritik an den Plänen kam auch von der Opposition. Die CDU-Fraktion verlangte ein tragfähiges Geschäftsmodell. Es gehe darum, Kosten zu senken, Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro zu schützen und die Arbeitsplätze auf dem Rollfeld sowie im Umfeld des Flughafens zu sichern, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Marcus Malsch. „Die Überlegungen der Grünen laufen dagegen auf ein großes Sonnenblumenfeld hinaus.“

Der Verkehrspolitiker der AfD-Fraktion, Thomas Rudy, brachte eine Nutzung als Logistik-Drehkreuz der Bundeswehr ins Spiel. Neben einer stärkeren militärischen Nutzung käme der Flughafen aber auch als Logistik-Standort für internationale Cargo-Flüge und damit als Ausweich- und Erweiterungsstandort für die Flughäfen in Frankfurt/Main und Leipzig infrage. Auch als Wartungsstandort für Militärflugzeuge, Passagier- und Geschäftsreisemaschinen wäre das Gelände ideal, erklärte Rudy.

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