Wegen Corona-Pandemie: Nur halb so viel Verkehr auf Thüringens Autobahnen

Gera.  Das Thüringer Umweltministerium nennt Zahlen, welche Auswirkungen der Lockdown infolge der Corona-Pandemie auf den Verkehr hatte.

Die Autobahnen in Thüringen – hier die A4 bei Stadtroda – waren im Frühjahr weniger stark belastet als gewohnt.

Die Autobahnen in Thüringen – hier die A4 bei Stadtroda – waren im Frühjahr weniger stark belastet als gewohnt.

Foto: Tino Zippel

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich in den Zahlen für den Straßenverkehr. Im Vergleich zum Vorjahr ging im ersten Halbjahr die Verkehrsbelastung auf den Thüringer Straßen deutlich zurück. Das zeigt die Antwort des Thüringer Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Thomas Gottweiss. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.

Staatssekretär Olaf Möller (Grüne) beruft sich auf die Ergebnisse von Dauerzählstellen an Autobahnen, Bundesstraßen und Landesstraßen. Demnach lag die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung in den Monaten Januar bis Juni jeweils unter der des Vorjahrs. Während des Lockdowns im April war wie zu erwarten der stärkste Rückgang der täglichen Gesamtverkehrsbelastung aller Kraftfahrzeuge pro Tag gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

So stark sank die Verkehrsbelastung

Auf Autobahnen ging die Belastung im April um 51 Prozent zurück, auf Bundesstraßen um 30 Prozent und auf Landesstraßen um 26 Prozent. Der Rückgang der Fahrzeuge des Schwerverkehrs, also von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen, war geringer als der des Gesamtverkehrs. Er lag im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr auf Autobahnen bei durchschnittlich 20 Prozent, auf Bundesstraßen bei 18 Prozent und auf Landesstraßen bei 12 Prozent.

Diese Einbußen verzeichnete der Nahverkehr

Laut der Antwort waren im Luftfrachtverkehr sowie im Fuß- und Radverkehr teils deutliche Zuwächse zu verzeichnen. Der Wechsel zum Individualverkehr aufgrund der gesundheitlichen Vorsorge, die Nichtbeförderung von Schülern aufgrund der Schulschließung und der geringere Berufsverkehr führten zu deutlich weniger Fahrgästen im Nahverkehr. Die Verkehrsbetriebe verbuchten im April zwischen 60 und 90 Prozent weniger Erlöse.

Auswirkungen auf Kohlenstoffdioxid-Ausstoß

Die Auswirkungen auf den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß kann die Landesregierung nicht beziffern, da noch Werte fehlen, beispielsweise aus der Landwirtschaft. Qualitativ schätzt sie jedoch ein, dass im Verkehrssektor die CO2-Emissionen zurückgegangen sind.

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