Debatte um Dorfgemeinschaftshaus in Niederroßla kommt in Schwung

Niederroßla  Niederroßla (Weimarer Land). Wirtschaftlichkeitsanalyse als Ziel: Momentan sind die 15 Vereine im Ort gehalten, ihren möglichen Bedarf anzumelden.

An der Turnhalle soll zwar was gemacht werden, Veranstaltungen gibt es dort aber nicht. Foto: Peter Hansen

An der Turnhalle soll zwar was gemacht werden, Veranstaltungen gibt es dort aber nicht. Foto: Peter Hansen

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Es gibt Dörfer, in denen „menschelt“ es mehr als anderswo. In Niederroßla ist es so. Insbesondere, wenn es um die Frage geht, ob es eines Dorfgemeinschaftshauses bedarf, in dem zum Beispiel der Niederroßlaer Carneval Club seine Veranstaltungen durchführen kann, scheiden sich die Geister. Indes, weil die Frage nicht leicht zu beantworten ist, wurde eine Umfrage unter den 15 Vereinen gestartet. Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse soll darauf fußen.

Ob ein Gebäude sind macht, wird nun ermittelt

Falls man je für ein Dorfgemeinschaftshaus Geld haben sollte, wollen Landgemeinde und Fördermittelgeber wissen, inwieweit die Investition Sinn ergibt. Investitions- und Fixkosten, Auslastungsgrad und so weiter und so fort spielen bei all dem eine Rolle, sagt Ronny Funk, Ordnungsamtschef der Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße.

Dass der NCC gern wieder ein Domizil im Heimatort hätte, ist bekannt. Ebenso, dass dessen Veranstaltungen jetzt im Ausweichquartier Kuhstall Zottelstedt stattfinden, nachdem es mit der Hoffmannschen Festscheune im Dorf bekanntlich nichts mehr war und der Elefantensaal lange Geschichte ist.

NCC-Chef Ralf Lemke sagte TA, dass dem Verein bewusst sei, dass es für fünf Faschingsveranstaltungen kein solches Gebäude gibt. Deswegen sei es wichtig, dass die anderen Vereine ihre Nutzungsinteressen bekunden, so dass alle davon profitieren können, wenn man das Gebäude zusammen nutzt. Die Wasserburg sei für den NCC auch keine Alternative, passten doch dort nur 70 Leute in den Saal; das sei lächerlich. Dass auch die Burg-Turnhalle nicht infrage kommt, hatte Ortschaftsbürgermeister Ralf Lindner bereits gesagt.

Laut Ernst Preller ist der Zug längst abgefahren

Niederroßla wäre nicht Niederroßla, wenn sich bei diesem „heißen Eisen“ nicht auch andere Stimmen fänden. So meint der Vorsitzende des Burg- und Heimatvereins, Ernst Preller, dass man in Niederroßla „den Zug verpasst“ habe. Vor einigen Jahren hätte das Dorf noch die Chance gehabt, eine Fläche hinterm ehemaligen Kindergarten für ein Dorfgemeinschaftshaus oder eine Festhalle zu erwerben. Das aber sei nicht zustande gekommen; nun sei es zu spät, so Preller. Natürlich sei ein Dorfgemeinschaftshaus „grundsätzlich wünschenswert“, aber jetzt habe man es mit einer neuen Situation zu tun. Man sei Teil der Landgemeinde. Man müsste also in der Landgemeinde-Dimension denken. Und da verfüge man etwa mit dem Saal in Liebstedt über eine Alternative. Eben weil Geld knapp sei, sei es vernünftig, nicht überall alles vorhalten zu wollen, findet Preller.

Bürgermeister Thomas Gottweiss (CDU) appelliert derweil an alle Beteiligten: „Die Niederroßlaer müssen Argumente sammeln, mit denen der Landgemeinderat überzeugt werden kann, dass ein Dorfgemeinschaftshaus im Ort nötig ist.“

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