Trauben wie im Bilderbuch in Jena-Kunitz

Jena-Kunitz  Der Wein vom Grafenberg in Jena-Kunitz verspricht wieder eine sehr gute Ernte.

Winzer Andreas Claus und seine Kollegen haben am Montag die Ernte eines guten Weinjahres vom Grafenberg in Kunitz eingeholt. Mit der neuen  Erntemaschine wurden Weißburgunder, Silvaner und Bacchus-Trauben geerntet.

Winzer Andreas Claus und seine Kollegen haben am Montag die Ernte eines guten Weinjahres vom Grafenberg in Kunitz eingeholt. Mit der neuen  Erntemaschine wurden Weißburgunder, Silvaner und Bacchus-Trauben geerntet.

Foto: Angelika Schimmel

Hinter den letzten Häusern von Kunitz am Fuße des Grafenbergs drängen sich die Ziegen in ihrem Auslauf zusammen. Kein Wunder, von jenseits ihres Zaunes ist lautes Dröhnen und Klappern zu vernehmen. Verursacht wird das von einem knallroten, dröhnenden Ungeheuer – der neuen Traubenerntemaschine von Andreas Claus. Der Chef des Thüringer Weingutes Bad Sulza, der den Weinberg am Kunitzer Grafenberg bewirtschaftet, hat sich die Vollerntemaschine im Sommer angeschafft, um die Lese in den Weinbergen zeitsparender und effektiver bewerkstelligen zu können.

„Wir bewirtschaften den Weinberg unter der Gleisburg seit 2010 wieder, damals haben wir die ersten Bacchus-Reben angepflanzt. Drei Jahre später wurde die erste ordentliche Ernte eingebracht“, erzählt er. 2016 wurde der Weinberg erweitert und umfasst heute neun Hektar, die mit Silvaner, Riesling, Cabernet Jura, Weißburgunder, Chardonnay und Auxerrois bepflanzt sind.

Als gestern die Sonne den Nebel am Grafenberg durchbrochen hatte, begannen die Winzer mit der Lese. Weißburgunder, Silvaner und Bacchus-Trauben wurden geerntet. „Die Trauben haben wieder eine sehr gute Qualität, der Silvaner hat ein Mostgewicht von 87 Grad Oechsle, was für diese Traubensorte sehr gut ist“, berichtet Clauß. Auch mit der Erntemenge könne man zufrieden sein.

Regen hat den Trauben zuletzt noch mal gut getan

„Im Sommer sah es sehr düster aus, die Trockenheit hat den Reben sehr zugesetzt. Wir haben sogar Trauben abgeschnitten, um die Rebstöcke zu entlasten“, berichtet er. Doch der Regen im September und auch die letzten Tage habe den Trauben noch einmal sehr gut getan, sie haben noch etwas an Größe und gewicht zugelegt. „Das wird die Verluste durch das Ausschneiden der Reben im Sommer ausgleichen“, ist Clauß sicher.

Mit dem gestrigen Einsatz der Erntemaschine ist die Arbeit am Kunitzer Grafenberg jedoch noch nicht getan. „Der Riesling hängt wie im Bilderbuch, doch er bekommt noch etwas Zeit. Selbst wenn es morgen etwas regnet, macht ihm das nichts aus. Die nächsten Tage sollen wärmer und sonniger werden, die wollen wir dem Riesling noch gönnen“, sagt Clauß.

In einer Woche werden die Ziegen im Stall und auf der Wiese der Gleistal Agrar eG dann noch einmal Bekanntschaft mit dem dröhnenden, knatternden roten Ungetüm machen, das sich mühelos den Berg hinauf schiebt, dabei immer eine Rebenreihe in die Mitte nimmt und die Rebstöcke vorsichtig und doch kräftig rüttelt, so dass die Weintrauben vom Stiel in den Bauch der Maschine fallen.

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