Spektakuläre Ausstellung im Kunsthaus Apolda

Apolda.  Mit einer reizvollen wie spektakulären Ausstellung zu Pop-Art-Kunstwerken aus England und den USA wartet das Apoldaer Kunsthaus jetzt auf.

Am Samstag, dem 16. Mai, eröffnet die neue Ausstellung im Kunsthaus Apolda Avantgarde. Ihr Titel „Pop Art England-USA“.

Am Samstag, dem 16. Mai, eröffnet die neue Ausstellung im Kunsthaus Apolda Avantgarde. Ihr Titel „Pop Art England-USA“.

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Das kleine Apolda macht erneut positive Schlagzeilen. Nicht zum ersten Mal sorgt dafür das Kunsthaus Apolda Avantgarde. Ab 16. Mai zeigt man dort die sehenswerte Ausstellung „Pop Art England-USA“. Versammelt sind laut Geschäftsführer Hans Jürgen Giese auf drei Etagen die Ikonen der Stilrichtung Pop Art. Darunter Werke von Richard Hamilton, Peter Blake, David Hockney, Allen Jones, Alex Katz, Roy Lichtenstein, Mel Ramos, Andy Warhol und Tom Wesselmann.

Dass die optisch teils überaus reizvollen Arbeiten, die oft Werbezwecken dienten, in Apolda gezeigt werden können, hat neben Tausendsassa Giese insbesondere mit dem Hamburger Galerist und Sammler Thomas Levy zu tun. Bereits im Frühjahr 2018 hatten er und Giese Kontakt. Kurator Levy hat über die von ihm geführte Artoma Kunst- und Kulturmanagement Gesellschaft Zugriff auf diverse Sammlungen und Künstlernachlässe. Aus diesem Fundus kann er schöpfen, also Ausstellungen zusammenstellen und kuratieren. Beide Männer wurden sich jedenfalls einig, fanden zu einer unkomplizierten Zusammenarbeit, die dem Vernehmen nach weitere Projekte dieser Art im Kunsthaus nicht ausschließt.

Das aktuelle Ergebnis der Zusammenarbeit können Interessierte nun bis zum 26. Juli im Kunsthaus bewundern.

Gerechnet wird derzeit mit rund 5000 Besuchern.

Giese betont jedenfalls, dass man mit der neuen Ausstellung – trotz coronabedingter Einschränkungen – an die erfolgreiche Andy-Warhol-Schau vor zwei Jahren anknüpfen wolle. Thomas Levy hat mit seinem Team und mit Unterstützung von Beatrice Leisner und Kunsthausmitarbeitern jedenfalls etwas Tolles auf die Beine gestellt. Levy trug 120 Leihgaben aus verschiedenen Sammlungen und von privaten Leihgebern zusammen. Einige Werke stellt auch ein Sammler aus Südthüringen bereit.

Ende der 1950er-Jahre entwickelte sich die Pop Art nahezu parallel auf beiden Seiten des Atlantiks und gilt bis heute als letzter epochaler Stilwechsel der Kunstgeschichte. Ihre Vertreter haben durch ihr frühes radikales Engagement nachfolgende Generationen von Künstlern beeinflusst und sich bis in die Gegenwart als zentrale Figuren der Kunstszene positioniert. Die Pop Art nahm maßgeblichen Einfluss auf Kunst, Design, Architektur und Mode und prägt noch heute unsere Vorstellung von Ästhetik. Kein anderer Stil ist derart radikal und zugleich als Massenphänomen mit dem Alltagsleben ganzer Gesellschaften und Generationen verbunden, referierte Giese.

Konventionen zu brechen, zu provozieren und die Unterscheidung zwischen Populärkultur und Hochkultur aufzuweichen, darum sei es den Künstlern gegangen. Motive für diese spezielle, häufig bunt und oft mit der Darstellung vermeintlich idealer Frauentypen verbundene Kunst fanden sie in der Werbung, der Klatschpresse, in Filmen und in Comics, heißt es.

Unterstützt wird die Pop-Art-Ausstellung durch die VR Bank Weimar eG., die trotz schwieriger Zeiten zum Kunsthaus steht und das laut Vorstandsvorsitzenden Martin Wagner auch künftig tun wird. Er hoffe, dass es möglichst viele Kunstfreunde nach dem Lockdown nach Kunst dürstet und sie diese Ausstellung besuchen.

Auch Wohnungsgesellschaft Apolda, Energieversorgung Apolda, Kulturstiftung des Freistaats Thüringen und Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sind Unterstützer.

Folgende Einschränkungen gibt es wegen Corona für die Ausstellung: Maximal 30 Personen zur gleichen Zeit im Haus, Spuckschutz an den Kassen, Abstandsmarkierungen, Mundschutzpflicht für Besucher und Personal. Zudem ist dieses anders: Keine Vernissage. Keine Begleitveranstaltungen. Keine Führungen und keine Audio-Guide-Ausgabe.