„Superstar“ zieht ins Kunsthaus Apolda Avantgarde ein

Apolda.  Ab Samstag präsentiert das Kunsthaus Avantgarde insgesamt 118 Werke des Ausnahmekünstlers Albrecht Dürer in Apolda.

Kunsthistorikerin Susanne Flesche zeigt eines der Dürer-Werke, die ab Samstag im Kunsthaus ausgestellt werden. Für die Kuratorin ist es die erste Schau, die sie in Apolda begleitet, weitere unter ihrer Federführung seien jedoch bereits bis ins Jahr 2023 geplant.

Kunsthistorikerin Susanne Flesche zeigt eines der Dürer-Werke, die ab Samstag im Kunsthaus ausgestellt werden. Für die Kuratorin ist es die erste Schau, die sie in Apolda begleitet, weitere unter ihrer Federführung seien jedoch bereits bis ins Jahr 2023 geplant.

Foto: Martin Kappel

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Die vielen Superlative, die er in seinem künstlerischen Schaffen vollbracht habe, die fasse die kürzlich erschienene ZDF-Dokumentation alleine schon mit ihrem Titel „Albrecht Dürer – Superstar“ pointiert zusammen, befindet Kuratorin Susanne Flesche am Freitag zum Pressegespräch, kurz bevor die Schau „Albrecht Dürer – Meisterwerke der Renaissance“ im Kunsthaus Apolda Avantgarde am Samstag zur Vernissage auch der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Der Fragilität der aus der Dürers Lebenszeit stammenden Druck-Erzeugnisse wegen, könne die Metapher vom Superstern nicht besser passen. Bei gerade noch an Dämmerung grenzenden 50 Lux Beleuchtungsstärke werden die 118 Werke des Renaissance-Ausnahmetalents gezeigt werden. Die Holzschnitte und Kupferstiche sind eine Leihgabe aus dem Tiroler Zisterzienserstift Stams.

Dunkle Geschichte um Werke des „Superstars“ Albrecht Dürer

Im Dunkeln bleibt aber nicht nur die Geschichte, wie die Abtei eigentlich in den Besitz von insgesamt über 150 Dürer-Werken kam, sondern auch das Leben der Kunstwerke außerhalb ihres Gastauftrittes in Apolda. Zwölf Jahre lang seien diese nicht mehr gezeigt worden und nach der Schau im Kunsthaus, so habe es ein Gutachter empfohlen, sollten diese für nicht weniger als zwei Jahre nicht mehr öffentlich ausgestellt werden.

Schon allein diese Exklusivität und Prise Mystik bei der ersten Jahresschau in Apolda muss also aufhorchen lassen. Neugierig macht aber auch die Kunsthistorikerin Susanne Flesche selbst, die mit Albrecht Dürer ihre erste Schau in Apolda kuratiert. Bereits Anfang 2017 habe sie als Inhaberin des Institute for Exhibition Partnership den Kontakt zum Kunstverein Apolda Avantgarde gesucht und zeitnah den Vorschlag für eine Dürer-Ausstellung in der Glockenstadt gemacht.

Neue Ausstellung in Apolda bereits seit Ende 2017 in Vorbereitung

Bereits im Oktober 2017 hatte German Erd, der Abt des Zisterzienserstifts seine Zustimmung erteilt. Doch wer zwischen den Zeilen liest, der weiß, dass das kein pausenreiches Zeitpolster für den Kunstverein ist, sondern genau diejenige Zeit, die sich die Ehrenamtlichen für die Vorbereitung nehmen wollen, damit aus einer bloßen Ausstellung auch eine erfolgreiche Schau wird. Fast 23.000 Besucher im Vorjahr können dafür als Beleg dienen.

„Welches Haus zeigt schon Werke der Renaissance und springt dann eben mal 500 Jahre in die Zukunft zur englischen und US-amerikanischen Pop Art – und das bei gleichbleibender Qualität“, fragte Michael Grisko von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, einem der finanziellen Förderer. Das Kunsthaus zeige in Thüringen wohl einmalig, wie flexibel es sei und dass es keines Bauhausjahres bedürfe, um aktiv zu sein, so der Referent für Projektförderung.

Neben der Sparkassen-Kulturstiftung wird die erste Jahresschau im Kunsthaus mit „erheblichen Mitteln“ unterstützt durch den Freistaat Thüringen, die Sparkasse Mittelthüringen sowie die Energieversorgung Apolda (EVA). Als Veranstalter treten wiederum der Kunstverein und die Stadt Apolda auf.

Vernissage „Albrecht Dürer – Meisterwerke der Renaissance“ im Kunsthaus Apolda Avantgarde, Samstag, den 11. Januar, um 15 Uhr

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