Akribisches Mülltrennen im Ilm-Kreis entlastet den Geldbeutel

Ilm-Kreis.  Mitunter müssen im Ilm-Kreis Tonnen am Straßenrand stehen bleiben, weil sie falsch befüllt wurden.

Haushalte im Ilm-Kreis können ganz verschiedene Tonnen bestellen, um ihren Müll ordentlich zu trennen.

Haushalte im Ilm-Kreis können ganz verschiedene Tonnen bestellen, um ihren Müll ordentlich zu trennen.

Foto: Hans-Peter Stadermann

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Das Auto der Müllabfuhr biegt um die Ecke. Die Tonne, die am Straßenrand steht, ist allerdings noch voll. Warum, verrät ein kleiner, oranger Aufkleber, den die Mitarbeiter des Ilmenauer Umweltdienstes (IUWD) auf dem Deckel befestigt haben: Der Müll ist so fest in die Tonne gepresst worden, dass er beim Entleeren nicht herausrutschte.

„Hineingreifen, um den Müll zu lockern, dürfen die Mitarbeiter aus Arbeitsschutzgründen nicht“, erklärt Ines Henneberg, Abteilungsleiterin beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Ilm-Kreises. Denn sie würden Gefahr laufen, sich an scharfen Gegenständen zu verletzen, die mitunter im Müll entsorgt werden.

Sichtkontrollen führt nicht nur der IUWD durch, sondern auch der Entsorger Remondis, der die gelben Tonnen im Ilm-Kreis abholt. Verweigert wird die Entleerung immer dann, wenn der Müll nicht ordnungsgemäß getrennt wurde. „Besonders häufig finden die Mitarbeiter in der braunen Tonne Plastiktüten“, erklärt Henneberg. Die lassen sich aber nicht wie der übrige Biomüll kompostieren.

Auch beim Hausmüll und bei den gelben Tonnen wird mitunter geschludert. Mancher Bürger versucht, Entsorgungskosten für Bauschutt zu umgehen und stopft alte Fliesen oder zerschlagene Waschbecken in die Mülltonne. „Wenn wir so etwas merken, bleibt die Tonne natürlich stehen“, betont Henneberg. Mitgenommen wird sie erst dann, wenn der Bauschutt entfernt wurde. Die Fahrer registrieren aber auch, wenn Behälter überfüllt oder defekt sind. Im Winter ist der Inhalt der Tonnen manchmal eingefroren. „Das kommt besonders häufig bei Haushalten vor, die einen Kamin haben und die Asche über den Hausmüll entsorgen“, weiß Ines Henneberg. Erlaubt ist das, nur sei es ratsam, kalte Asche oder feuchte Abfälle in Zeitung einzuwickeln, damit sie nicht anfrieren.

Auch in den gelben Tonnen stecken mitunter Dinge, die da nicht reingehören. „Sie sind ausschließlich für Leichtverpackungen gedacht“, erklärt die Abteilungsleiterin. Konservendose und Co. sind also okay, die alte Babybadewanne aber muss über die Wertstoffhöfe entsorgt werden. Auch das ist kostenlos.

Auffällig ist, dass in Haushalten, in denen nur wenige Menschen leben, sorgfältiger Müll getrennt wird als in den großen Blöcken, in denen in der Regel niemand mitbekommt, wer wann was in die Tonnen wirft. „Hier haben wir deutlich mehr Fehlwürfe“, so Hennebergs Erfahrung.

Probleme gibt es auch an großen, eher abgeschieden gelegenen Standorten von Wertstofftonnen. „Hier werden mitunter Dinge entsorgt, die hier absolut nicht hingehören“, so Henneberg. Elektronikschrott muss ebenso regelmäßig und auf Kosten der Steuerzahler entfernt werden wie Bauschutt, Farben und Lacke.

Auch, wenn es immer mal wieder Ärger gibt: Die Umstellung auf das Ident-System hat sich gelohnt, schätzt AIK-Chef Ronny Bössel ein. Es wird genauer getrennt, was dazu führt, dass die Müllmengen insgesamt sinken. Langsam zwar, aber spürbar. Auswirkungen hat das auf alle Bürger im Kreis: Die Entsorgungspreise sind moderat. Und wer akribisch trennt, muss nicht mal jedes Mal die Tonne zur Entsorgung bereitstellen. Das spart extra.

Die App des AIK informiert über die Müllentsorgung im Ilm-Kreis und Abfuhrtermine. Erhältlich ist sie in allen gängigen App-Stores unter AbfallApp IK.

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