Die Zellproduktion für die Automobilindustrie ist beim chinesischen Batteriehersteller CATL im Industriegebiet Erfurter Kreuz Ende 2022 angelaufen, inzwischen arbeiten zwei von geplanten sechs Produktionslinien, jedoch noch nicht mit voller Kapazität. Das hänge von der Marktentwicklung und Kundennachfrage ab. Momentan ist aber eine Produktionslinie heruntergefahren und abgeschaltet worden, die Mitarbeiter seien bis Anfang nächsten Jahres in den Urlaub geschickt worden, sagte der Berater der Geschäftsführung, Matthias Zentgraf, am Rande eines Informationsabends am Donnerstag.

Begründet hatte er das in der Veranstaltung mit dem Umstand, dass ein Großkunde, das VW-Autowerk in Zwickau, seine Produktion derzeit ausgesetzt habe. Der Absatz vom Elektroautos in Deutschland laufe nicht so wie geplant, das habe auch der Kanzler-Gipfel zur E-Mobilität jüngst bestätigt.

Langfristig will CATL 2000 Arbeitsplätze schaffen

Insgesamt beschäftigt CATL neben etwa 400 Chinesen inzwischen über 1000 regionale Mitarbeitende in Deutschland, dazu gehören auch die Logistikstandorte im Erfurter GVZ und bei Magdeburg. Einen weiteren Standort gibt es in Belgien. Langfristig sollen in der Region 2000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Seit September bildet man 25 Lehrlinge zu Industriemechanikern, Fachkräften für Lagerlogistik, Instandhaltungsmechatronikern und Maschinen- und Anlagenführern aus. Zentgraf gab aber auch bekannt, dass CATL derzeit im ungarischen Debreczen ein noch viel größeres Batteriewerk auf 221 Hektar baue, das ab 2025 Zellen und Module herstellen soll. Ein weiteres Absatzgebiet mit steigender Nachfrage sieht man bei der Herstellung von Containern als stationäre Energiespeicher, auch hier sei man bereits Weltmarktführer.

Streitgespräch mit der Bürgerinitiative

Zentgraf betonte die energieintensive Produktion am Erfurter Kreuz, die man derzeit nicht allein durch alternative Energieformen abdecken könne. Es wurde ein Umspannwerk bei Rehestädt gebaut und von CATL bezahlt. Doch wie die Stromtrasse von dort zum Werk verlaufen soll, darüber ist man sich mit dem Amt Wachsenburg und seinen Bewohnern längst nicht einig. Bei der Infoveranstaltung kam es zum Streitgespräch zwischen Enrico Scherf von der Bürgerinitiative, die eine Erdverkabelung fordert, und Matthias Zentgraf, der für eine 110-KV-Oberleitung plädiert, die viermal preiswerter sei. Die Bürgerinitiative fragte, ob das Unternehmen die Kosten für eine Erdverkabelung zum Teil übernehmen könne, was CATL verneinte. Gegen den Bau einer Oberleitung haben Grundstücksbesitzer und die Gemeinde Amt Wachsenburg Klagen beim Thüringer Oberverwaltungsgericht eingereicht.

Immer wieder bewegt auch die Sicherheit des Unternehmens die Kommunen und Anwohner. Auch darauf ging der Europachef ein. Als Brandschutzmaßnahme habe CATL ein 75-köpfiges Emergency Response Einsatzteam eingerichtet, das mit Löschfahrzeugen, Spezialtechnik und Trainingsplänen ausgerüstet ist, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und abwehren zu können. Dafür arbeite man auch mit den örtlichen Feuerwehren zusammen. Das Werk verfüge über eine Behandlungsanlage zur Demobilisierung von Batterien, das sei aber keine Müllverbrennungsanlage. Die deaktivierte Batterie werde recycelt.