Knabenkraut in Arnstadt zur Orchidee des Jahres gekürt

Der Arbeitskreis Heimische Orchideen Deutschland kürte in Arnstadt das Purpur-Knabenkraut zur Orchidee des Jahres. Ein großes Vorkommen dieser Art wächst inzwischen an den Weinbergen bei Holzhausen

Volker Kögler zeigt das Purpur-Knabenkraut als Orchidee des Jahres 2013. Foto: Marco Schmidt

Volker Kögler zeigt das Purpur-Knabenkraut als Orchidee des Jahres 2013. Foto: Marco Schmidt

Foto: zgt

Arnstadt. Das Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea) ist die Orchidee des Jahres 2013. Das gab am Sionntag der Arbeitskreis Heimische Orchideen (AHO) Deutschland auf seiner Verbandstagung in Arnstadt bekannt. Das Purpur-Knabenkraut gehöre zu den stattlichsten heimischen Orchideenarten und kann über 70 cm hoch wachsen. Mit dem seit 1989 jährlich vergebenen Titel "Orchidee des Jahres" will der Verband auf eine Pflanzenfamilie aufmerksam machen, deren Bestände sich in Deutschland vielerorts rückläufig entwickeln.

Das Purpur-Knabenkraut, welches von Ende April bis Mitte Juni blüht, kann man auch im Ilmkreis finden. "Vor zehn Jahren haben wir ein Exemplar dieser Art an der Nordseite der Weinberge zwischen Arnstadt und Holzhausen entdeckt", schildert Volker Kögler von der Regionalsektion Arnstadt des AHO Thüringen. Mit Pollen von einem anderen Vorkommen sei diese Pflanze damals künstlich bestäubt worden. "Wir haben diese Stelle dann über die Jahre gepflegt und der Orchidee in diesem Gebiet günstige Lebensbedingungen geschaffen", erläutert Volker Kögler die Arbeit.

Inzwischen wachsen an dieser Stelle jedes Jahr 200 bis 300 Pflanzen dieser Art. Ein Umstand, der viele Naturfreunde zu dem Vorkommen pilgern lässt, um sich daran zu erfreuen. "Leider wurden auch schon Pflanzen ausgegraben", weiß der Orchideen-Freund zu berichten. Das Purpur-Knabenkraut steht, wie alle wild wachsenden Orchideen in Deutschland, unter strengem Naturschutz. Die Pflanzen dürfen weder ausgegraben, noch gepflückt oder sonst irgendwie beschädigt werden.

Seit 1993 hält der AHO seine Verbandstagungen jedes Jahr in Thüringen ab. "Grund ist die zentrale Lage in Deutschland, die für alle Landesverbände gut zu erreichen ist", erläutert Frank Meysel, Vorsitzender des AHO Sachsen-Anhalt, der in diesem Jahr für die Ausrichtung verantwortlich war und sich für Arnstadt entschieden hatte.

Volker Kögler fügte hinzu, dass die Kreisstadt und ihre Umgebung neben logistischen Vorteilen auch berühmt für ihren floristischen Reichtum sei. Über 40 Orchideen-Arten gebe es im Ilmkreis. Grund dafür sei die abwechslungsreiche Landschaftsstruktur des Landkreises. Vom Ackerhügelland rund um die Drei Gleichen bis hin zu den höchsten Erhebungen im Thüringer Wald bilden die unterschiedlichsten geologischen Untergründe die Voraussetzungen für viele Biotoptypen und sind Grund für die Artenvielfalt.

Seit mehr als 25 Jahren widmet sich die Regionalsektion Arnstadt der Beobachtung, Erfassung und vor allem der Pflege sowie dem Schutz dieser Orchideen-Biotope.

"Im letzten Jahr haben wir in über 1000 Arbeitsstunden die Bestände im Ilmkreis gepflegt", erinnert Volker Kögler.

Durch die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder der Regionalsektion kann man im nächsten Jahr auch hier in der Region ein großes Vorkommen der Orchidee des Jahres vorfinden.

Zu den Kommentaren