Tierzwerge im Riesenland am Possen

Sondershausen  Erlebnispark bei Sondershausen plant außergewöhnlichen Zoo

Drolliger Ziegennachwuchs auf dem Possen. Auch die Zwergziegen passen in den geplanten Zoo der Miniaturen.

Drolliger Ziegennachwuchs auf dem Possen. Auch die Zwergziegen passen in den geplanten Zoo der Miniaturen.

Foto: Sibylle Klepzig

Sondershausen. Getümmel im Ziegenstall. Die Zwergziegen auf dem Possen haben Nachwuchs bekommen. 13 Zicklein wuseln umher. Kaum ein, zwei Tage alt, wagen sie schon übermütig erste Sprünge. Die kleinen Racker sind eben fix. Das bestätigt Philipp Jahn, Juniorchef des Erlebnisparks: „Nach der Geburt dauert es keine Viertelstunde, bis sie auf die Beine kommen.“ Die Lämmer suchen zuerst das mütterliche Euter, um zu trinken. Danach wird gekuschelt und geschlafen. Auf der dicken Strohschicht haben sie es warm.

Beim Blick auf den munteren Zwergziegen-Nachwuchs schildert Jahn eine neue Idee für das Gelände am Streichelgehege. „Wir planen einen Zoo der Miniaturen, in dem wir besonders kleine Tierarten halten.“ Vorstellen kann er sich beispielsweise Minipferde und Zwergzebus, eine kleine Rinderart. Minischweine gibt es bereits auf dem Possen, sie müssten nur auf das Areal umziehen.

Neben den Tieren sollen sich dann überdimensionale Pilze und Insekten aus Holz erheben. Gerade so, als befänden sich die tierischen Zwerge im Riesenland. „Dort wird es auch eine monströse Sitzgarnitur geben und Blumentöpfe, aus denen Bäume wachsen. Vielleicht liegt mittendrin sogar ein Riese“, macht er neugierig auf das Vorhaben, das Familie Jahn in diesem Jahr umsetzen will. Der Winter wird für die Planung genutzt.

Die Possenbetreiber blicken nach vorn. Trotz der enormen wirtschaftlichen Einbußen durch die Corona-bedingten Einschränkungen und die erneute Zwangspause. Schon das vorige Jahr war schwer. „Die Standbeine Klassenfahrten und Ferienlager sind uns komplett weggebrochen. Ebenso alle Firmen- und Familienfeste in der Gaststätte“, konstatiert Jahn.

Also konzentrierte man sich im vergangenen Sommer auf das Machbare im Außenbereich. Das Wetter spielte mit, der Familienbetrieb baute einen zweiten Biergarten auf die Wiese. Und er überraschte große und kleine Ausflügler mit neuen, kostenfreien Angeboten: Ein Puppentheater zeigte an den Wochenenden unterhaltsame Stücke. Eine Spielfläche aus Strohballen lud Kinder zum Herumtollen ein. „Beides kam so gut an, dass wir das in diesem Jahr unbedingt wiederholen wollen“, stellt der Juniorchef in Aussicht. Für den Strohspielplatz hat er bereits 200 große Strohquader einlagern lassen.

Hundebesitzer zog und zieht es auf den neu angelegten Hundeplatz. Jahn will den Parcours dieses Jahr erweitern. Genau wie den Sinnespfad. Die Stempel aus Holz sind schon fertig, mit denen Kinder später die Trittspuren von Elefant, Bär und Co. im Sand erzeugen können. Investiert wird zudem in die Hüpfburgenlandschaft. Sie wird eine neue Rutsche erhalten, noch wesentlich länger und breiter als die bisherige. Vorgesehen ist zudem eine neue Beschilderung der Tiergehege.

„Wir haben eine Menge vor. Aber vieles hängt davon ab, wann wir wieder öffnen dürfen“, räumt Philipp Jahn ein. Ohne Einnahmen kann nicht investiert werden. Bis auf zwei Tierpfleger sind derzeit alle Mitarbeiter in Kurzarbeit. „Hauptziel ist es, keinen entlassen zu müssen. Die Maßnahmen des Staates helfen dabei“, sagt er. Sobald es wieder losgeht, freue man sich darauf, die Gäste zu versorgen.