Auf `ne Tasse in die Therme

Friedemann Mertin über ungewöhnliche Café-Orte.

Friedemann Mertin

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Foto: Alexander Volkmann

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Diese Woche habe ich in der Friederikentherme zum ersten Mal Tee getrunken. In dem Café im Foyer. Dort traf ich mich mit einem Leser zum Gespräch. Ich wäre vorher nie auf die Idee gekommen, ausgerechnet in die Therme für eine Tasse Tee zu gehen. Aber es war gemütlich, schwimmbadtypisch gut geheizt. Dass im Hintergrund ab und an halbnackte Menschen durchs Bild gelaufen sind…nun gut…das dürfte in anderen Cafés seltener vorkommen.

Bei genauerem Überlegen ist die kreative Nutzung von Gebäuden ohnehin gang und gäbe. Die Mühlhäuser Jakobikirche ist eine Bibliothek, die Kilianikirche ein Theater. Der Alte Speicher in Kirchheilingen ist mittlerweile ein Tagungs- und Veranstaltungsgebäude, die dort geparkte Kleinbahn dient inzwischen als Ferienwohnung.

Es geht noch außergewöhnlicher. In Singapur wurde ein ehemaliges katholisches Nonnenkloster ausgerechnet in einen Einkaufs- und Unterhaltungskomplex umfunktioniert. Die Galerie Tate Modern in London war einst ein Kraftwerk. Ein Wasserturm in Kopenhagen beherbergt heute Studentenwohnungen.

Umgekehrt hatte ich im rundum weiß gefliesten Spind-Raum der Universitätsbibliothek Jena immer das Gefühl, mir gleich eine Badehose anziehen zu müssen.

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