Schüler filmen Artenreichtum im Hainich

Landkreis  Premiere für einen Beitrag zur biologischen Vielfalt. 18 junge Leute vom evangelischen Schulzentrum vier Tage lang im Nationalpark unterwegs.

Kjell Heintze, Jean-Michel Meister, Michael Stedefeld, Antonia Böhme, Johannes Lang, Amanda Breitbarth, David Pries, Benjamin Duczek, Kira Höfler und Julia Meister (von links) präsentierten am Mittwoch das Ergebnis ihrer Arbeit – einen Natur- und Dokumentarfilm über den Hainich.

Kjell Heintze, Jean-Michel Meister, Michael Stedefeld, Antonia Böhme, Johannes Lang, Amanda Breitbarth, David Pries, Benjamin Duczek, Kira Höfler und Julia Meister (von links) präsentierten am Mittwoch das Ergebnis ihrer Arbeit – einen Natur- und Dokumentarfilm über den Hainich.

Foto: Alexander Volkmann

Die Artenvielfalt im Nationalpark Hainich in Zahlen: Etwa 10.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind hier heimisch, darunter mehr als 30 einheimische Laubbaum-Arten und 191 Vogelarten.

In einem Film, den Schüler des evangelischen Schulzentrums in Mühlhausen jetzt präsentierten, wird diese biologische Vielfalt im Hainich thematisiert. Der Film entstand während einer Projektwoche Anfang Juli und ist Teil des deutschlandweiten Umwelt- und Kommunikationsprojektes Greencut der Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft, kurz Gespa.

Vier Tage lang waren die 18 jungen Leute der fünften bis zehnten Klassen von Regelschule und Gymnasium im Nationalpark unterwegs. Sie agierten als Kameraleute, befragten Experten in Interviews und waren selbst als Akteure vor der Linse. Technische Unterstützung erhielten sie von Oliver Krebs von Gespa. Er brachte Ausrüstung und Expertise in Sachen Filmproduktion mit. Vom Nationalpark waren Rangerin Sandra Wendt und Umweltpraktikantin Sophie Büchner während der Dreharbeiten mit dabei.

Schon vor einem Jahr war die Gespa auf die Nationalparkverwaltung zugekommen, soll das 2015 gestartete Projekt doch um weitere Naturschauplätze in ganz Deutschland erweitert werden. Bisher seien 16 Beiträge erschienen, nicht nur aus Nationalparks, erläuterte Oliver Krebs bei der Filmpräsentation am Mittwochabend. 30 Beiträge seien insgesamt geplant. Krebs sagte: „Die Dreharbeiten haben den jungen Filmern die Augen geöffnet für die Vielfalt und Schönheit der Natur.“ Das bestätigten die Akteure um Lehrerin Katrin Stedefeld am Abend selbst. Es sei auch eine Gelegenheit gewesen, mal das Handy wegzulegen und innezuhalten. So verbrachten die Filmer einen halben Tag im Tarnzelt, um einen Vogel aufzunehmen, der im fertigen Film dann fünf Sekunden zu sehen ist. Gefilmt wurde auch im Wildkatzengehege Hütscheroda und auf dem Baumkronenpfad.

Aus all dem Rohmaterial ist ein etwa 15 Minuten langer Dokumentar- und Naturfilm unter dem Titel „Der Hainich – Lebensraum naturnaher Wald“ entstanden, der ab sofort und noch bis zum 21. November in den Räumen der Mühlhäuser Commerzbank in einer Wanderausstellung zur biologischen Vielfalt zu sehen ist. Filialdirektor Stefan Koch betonte, dass sich die Bank seit 30 Jahren für die Umwelt engagiere, unter anderem mit der finanziellen Unterstützung des Umweltpraktikums in Nationalpark.

„Biologische Vielfalt ist heute, in Zeiten des Klimawandels, für unsere Ökosysteme wichtiger denn je“, erklärte Rüdiger Biehl, stellvertretender Nationalparkleiter. Den Schülern sei ein beeindruckender Einblick in die vielfältige Natur des Hainichs gelungen. Der Film verschweigt aber auch nicht die akuten Probleme, die der Wald gerade mit dem Buchensterben als Folge der Trockenheit hat.

Ausstellung „Biologische Vielfalt“, Commerzbank Mühlhausen, Untermarkt 33

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