Walo-Zweckverband erhöht im kommenden Jahr die Preise

Lehesten.  Im Bereich der Abwasserbeseitigung sind erhebliche Investitionen erforderlich.

Trinkwasser aus dem Hochbehälter Arlas. Seit diesem Jahr wird dieser aus dem Brunnen bei Schlegel versorgt. Dazu waren zwei Millionen Euro in den Bau einer Leitung zwischen den Luftlinie sieben Kilometer entfernten Orten investiert worden.

Trinkwasser aus dem Hochbehälter Arlas. Seit diesem Jahr wird dieser aus dem Brunnen bei Schlegel versorgt. Dazu waren zwei Millionen Euro in den Bau einer Leitung zwischen den Luftlinie sieben Kilometer entfernten Orten investiert worden.

Foto: Walo/Mario Enders / Walo

Im kommenden Jahr erhöhen sich für die Kunden des Zweckverbandes Wasser und Abwasser Lobensteiner Oberland (Walo) die Preise. Die Verbandsversammlung stimmte bei ihrem letzten diesjährigen Treffen in Lehesten den entsprechenden Anträgen der Geschäftsleitung zu.

Walo-Geschäftsleiter Sten Meusel hatte schon im Oktober angekündigt, dass insbesondere im Bereich der Abwasserbeseitigung Investitionen ins Haus stünden, um Versäumnisse aus der Vergangenheit aufzuholen. So seien derzeit lediglich 46 Prozent der Walo-Kunden an einer zentralen Kläranlage angeschlossen. Um den steigenden Fixkostenanteil des Zweckverbandes an den Abwasserpreisen einzudämmen, müsse die Anzahl der Volleinleiter sukzessive erhöht werden. Das wiederum erfordere aber eine deutliche Steigerung beim Investitionsvolumen im Bereich Abwasser.

Die Kalkulationen für die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbehandlungen seien für einen Zeitraum von vier Jahren vorgenommen worden, erläuterte Meusel den Verbandsräten, bei denen es sich um die Bürgermeister von Bad Lobenstein, Lehesten, Rosenthal am Rennsteig, Wurzbach, Remptendorf und Saalburg-Ebersdorf handelt. Beim Trinkwasser haben sich aus der durchgeführten Entgeltkalkulation Preissteigerungen in den Bereichen Grundpreis für die jeweiligen Wohneinheiten sowie ein Aufpreis für Groß- und Verbundwasserzähler ergeben. Hier stimmten alle Verbandsräte zu mit Ausnahme von Volker Ortwig (FDP) aus Saalburg-Ebersdorf.

Bei der Entgeltkalkulation für die Abwasserbehandlung ergaben sich Preissteigerungen beim Grundpreis, beim Mengenpreis für Teileinleiter mit mechanischer beziehungsweise teilbiologischer Vorklärung und für Direkteinleiter sowie bei der Grundstücks- und Straßenentwässerung. Zudem ist erstmals nach 17 Jahren eine Preissteigerung beim Baukostenzuschuss für den Anschluss an eine öffentliche Abwasseranlage beschlossen worden. „Die Preisanpassungen bei der Hausanschlusskostenerstattung beruhen auf dem aktuellen Baupreisindex des Thüringer Landesamtes für Statistik“, ist den Verbandsräten erläutert worden, die dem neuen Preisblatt für den Bereich Abwasser einhellig ihre Zustimmung erteilt haben.

Die neuen Preise beim Trinkwasser

Bei Grundstücken mit Wohngebäuden wird der Grundpreis nach Anzahl der Wohneinheiten bemessen. Im Bereich Trinkwasser haben die neuen Preise zur Folge, dass für Kunden in ein bis zwei Wohneinheiten der Nettopreis von bisher 7,50 Euro auf nunmehr 8,50 Euro steigt. Hinzu kommen sieben Prozent Mehrwertsteuer. Somit liegt der Grundpreis dann bei 9,10 Euro brutto. Bei drei bis vier Wohneinheiten liegt der Grundpreis ab Januar 2020 bei 12,73 Euro brutto, bei fünf bis sechs Wohneinheiten sind es 16,37 Euro. Dies setzt sich fort bis zu 43,66 Euro für Grundstücke ab 30 Wohneinheiten.

Beibehalten bleiben die bisherigen Mengenpreise, die sich im Normaltarif auf 2,25 Euro brutto für einen Kubikmeter belaufen. Hier sind also keine Preissteigerungen vorgesehen. Auch bei Großkunden mit Sonderverträgen bleiben im kommenden Jahr die Mengenpreise auf dem bisherigen Niveau.

Die neuen Preise beim Abwasser

Bei der Abwasserbehandlung steigt der Grundpreis von bislang 5 Euro für Grundstücke mit ein bis zwei Wohneinheiten auf nunmehr 5,50 Euro. Und im Gegensatz zum Trinkwasser erhöht sich beim Abwasser auch der Mengenpreis: für Teileinleiter mit mechanischer beziehungsweise teilbiologischer Vorklärung von 1,14 Euro pro Kubikmeter auf 1,20 Euro und für Direkteinleiter von 75 Cent auf 80 Cent. Volleinleiter zahlen 2,18 Euro und Teileinleiter mit vollbiologischer Vorklärung 50 Cent. Für versiegelte Flächen, von denen das Niederschlagswasser in die öffentliche Kanalisation eingeleitet wird, gelten künftig pro 100 Kubikmeter statt 14,30 Euro bei der Grundstücksentwässerung dann 16,30 Euro und bei der Straßenentwässerung statt 13,50 Euro künftig 14,50 Euro.

Um zirka zehn Prozent steigt die fällige Kostenerstattung für den öffentlichen Teil eines Hausanschlusses. Hier erfolgt die Berechnung stets unabhängig von der Lage des Hauptkanals, indem die Entfernung von der Straßenmitte bis zur Grundstücksgrenze herangezogen wird.