Stadtrat

Wunsch nach Wasser im ehemaligen Koselstau

Bad Lobenstein.  Einwohner von Bad Lobenstein kritisiert den derzeitigen Zustand am ehemaligen Naturidyll

Der Staudamm im Koseltal musste „geschlitzt“ werden. Einen Wasservorrat gibt es hier schon lange nicht mehr.

Der Staudamm im Koseltal musste „geschlitzt“ werden. Einen Wasservorrat gibt es hier schon lange nicht mehr.

Foto: Peter Hagen / OTZ

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So bewegend begann noch nie eine Stadtratssitzung in Bad Lobenstein. Der Bürgermeister und Vertreter aus allen Fraktionen reihten sich ein, um den langjährigen Leiter des Hauptamtes im Rathaus, Rainer Scheunemann, in den Ruhestand zu verabschieden. „Du hast gefühlt 100 Jahre für die Stadt gearbeitet“, sagte Bürgermeister Thomas Weigelt (parteilos), „wir lassen Dich nur ungern gehen.“ Und Sitzungsleiter Frank Weidermann (AUF) gestand: „Erst als Stadtrat habe ich begriffen, was Du mit den Feuerwehren ausgehalten hast.“ In seiner Funktion als Hauptamtsleiter war Rainer Scheunemann direkt zuständig für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren in Bad Lobenstein einschließlich aller Ortsteile gewesen. „Es war eine bewegende Zeit“, blickte Scheunemann kurz zurück und wünschte dem Stadtrat „immer ein glückliches Händchen, wenn es um Entscheidungen zum Wohle der Stadt geht“.

Idee von mehreren Teichen im ehemaligen Koselstau

Wann der ehemalige Koselstau wieder mit Wasser gefüllt wird, wollte in der Bürgerfragestunde Waldemar Jahreis wissen. Dort war vor Jahren der Damm geschlitzt worden, nachdem das Gewässer plötzlich als Talsperre eingestuft worden ist. Jahreis zitierte die Bundesumweltministerin, wonach angesichts der zunehmend trockenen Jahre für mehr Grün- und Wasserflächen gesorgt werden solle. „Ich stelle den Antrag, dass der Stau wieder mit Wasser gefüllt wird“, sagte Jahreis.

„Ich hätte dort auch gerne ein Biotop“, stimmte Bürgermeister Thomas Weigelt zu. Die Gegend entlang des ehemaligen Staus sei unansehnlich geworden, was dem Bemühen, beispielsweise einen Moorerlebnispfad zu schaffen, entgegenstehe. Er persönlich könne sich nicht vorstellen, dass der Damm jemals hätte brechen können. Vielmehr habe wohl die Gefahr gedroht, dass der Stau bei Hochwasserlagen hätte überlaufen können. Vorstellbar sei eventuell, innerhalb des Speichers mehrere kleinere Teiche anzulegen.

Qualifikation sticht Vetternwirtschaft

„Muss das mit der Bürgermeister-Frau in die Zeitung?“, war eine weitere Frage von Waldemar Jahreis. Er ging damit auf einen Beitrag unserer Zeitung ein, wonach der Bürgermeister beabsichtigt, seine eigene Frau in der Stadtinformation einzustellen. „Soll die Frau zuhause sitzen und Däumchen drehen?“, fragte Jahreis und meinte, dass die verwandtschaftliche Beziehung keine Rolle spielen dürfe, wenn die fachliche Fähigkeit gegeben sei. Das zum Thema zu machen, könne er nicht nachvollziehen. Im weiteren Sitzungsverlauf des Stadtrates war dies dann übrigens auch kein Thema mehr gewesen.

Antragsmarathon für die Ladenöffnung

Beim Weihnachtsmarkt am kommenden Wochenende werden die innerstädtischen Geschäfte am Sonntag öffnen dürfen. Keine Selbstverständlichkeit, wie die beiden ortsansässigen Geschäftsleute Anja Grüner und Karsten Schmidt in einem Kurzvortrag zeigten. Ausgehend vom Verbot des traditionellen Muttertagsbummels im zurückliegenden Frühjahr hatten sie einen Antragsmarathon bei den Behörden gestartet, um zu einer Lösung zu kommen. Zwischenzeitlich stand sogar die Sonntagsöffnung während des Weihnachtsmarktes auf der Kippe. Jetzt steht in Aussicht, dass es im kommenden Jahr den Muttertagsbummel wieder geben wird.

Etwas mehr Besucher in Ardesia-Therme

Leicht gestiegene Besucherzahlen wird es in diesem Jahr in der Ardesia-Therme geben. Darüber informierte Thomas Knorr, Geschäftsführer der Kurgesellschaft. In den zurückliegenden Jahren seien um die 90.000 Gäste im Haus üblich gewesen, bis zum 30. November dieses Jahres seien es bereits 84.000 gewesen. Mit neuen Ideen sollen Umsatz und Besucherzahlen weiter gesteigert werden. Dazu gehören verschiedene Veranstaltungen wie ein „50plus Aktivtag“ und ein Seniorentag für ältere Gäste, eine Ferienstart-Party, Valentinsabend bei Kerzenschein oder auch dauerhaft einmal wöchentlich abends die Möglichkeit zum textilfreien Baden. Überlegungen gibt es hinsichtlich der Einführung eines Familientarifs und nicht zuletzt soll mit mehr Qualität für mehr Einnahmen bei den Wohnmobilisten gesorgt werden.

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