Noch 57 Tage, dann ist in Thüringen Landtagswahl. Und die Wahllisten werden im Eichsfeld prall gefüllt sein. 15 Wahlvorschläge hatte Freitagvormittag der Kreiswahlausschuss in der Schlosskapelle des Landratsamtes zu beraten. Sie alle sind angenommen. Sieben Kandidaten werden am 27. Oktober im Wahlkreis Eichsfeld I, der das Gebiet des ehemaligen Kreises Heiligenstadt umfasst, auf dem Wahlzettel stehen, im Wahlkreis Eichsfeld II, im Altkreis Worbis, acht.

Kreiswahlleiter ist bei dieser Wahl Hermann Martini von der Kommunalaufsicht. Kurz erklärte er das Prozedere. Zwei Parteien beziehungsweise Wählergruppen haben erstmals einen Wahlvorschlag eingereicht. Das ist einmal die Partei ödp/Familie und zum Anderen das Internationalistische Bündnis. Beide mussten Unterstützerunterschriften beibringen. 250 gültige waren notwendig; beide haben das Ziel locker geschafft.

Manfred Pingel als Sitzungsleiter bedauerte, dass zu diesem Termin trotz öffentlicher Bekanntgabe und Einladung über die Medien kein Interesse der Bürger herrschte. „Es ist ein wichtiger Termin für eine wichtige Wahl“, meinte Pingel. „Das Spektrum der Parteien wird immer bunter. Das ist Demokratie. Letztendlich entscheidet der Wähler, was er daraus macht.“ Gut, Freitagvormittag sei auch nicht der beste Zeitpunkt, das wisse man. Aber er hätte es sich gewünscht, dass mehr Gäste da gewesen wären. Er hoffte, dass vom Wahlrecht am 27. Oktober reichlich Gebrauch gemacht wird.

Bewerber müssen nicht im Eichsfeld wohnen

Kurz stellte Thomas Döring, der das Amt des stellvertretenden Wahlleiters innehat, die einzelnen Wahlvorschläge und die Prüfergebnisse im Vorfeld vor. Alle Unterlagen lagen für den insgesamt siebenköpfigen Wahlausschuss bereit. Er und die von den jeweiligen Parteien und Wählergruppen entsendeten Vertrauenspersonen bekamen die Gelegenheit, Einsicht zu nehmen und Fragen zu stellen.

Einige der Kandidaten, die sich haben aufstellen lassen, stammen nicht aus dem Eichsfeld. Diese Frage, ob das rechtens sei, aber kam auf. Das konnte Thomas Döring schnell beantworten: „Wählbar ist, wer mindestens ein Jahr seinen festen Wohnsitz im Wahlgebiet hat. Und das Wahlgebiet umfasst bei der Landtagswahl den gesamten Freistaat Thüringen.“ Es sei nicht ungewöhnlich, dass Personen nicht für den Wahlkreis kandidieren, in dem sie leben. Er erzählte, dass er einige Anfragen bekommen habe, ob man die Wahlunterlagen bekommen könne. „Manche fordern sie aus allen Wahlkreisen an und entscheiden dann, wo sie kandidieren wollen, wo sie eventuell die größten Chancen haben“, zuckte Thomas Döring mit den Schultern.

Dann ging es in die Abstimmung: Nach der festgelegten Reihenfolge, wie die Parteien und Einzelbewerber auch später auf dem Wahlzettel erscheinen, und nach Wahlkreis getrennt. Die Kandidaten im Wahlkreis Eichsfeld I von CDU, Linke, SPD, Grüne, FDP und Freie Wähler erhielten die volle Stimmenzahl. Bei der AfD gab es eine Enthaltung. Bei der Abstimmung für den Wahlkreis Eichsfeld II kassierten die AfD und die Linke jeweils eine Enthaltung. Alle anderen Parteien und die Einzelbewerber von ödp/Familie und dem Internationalistischen Bündnis bekamen alle sieben Stimmen. Damit sind alle Bewerber zugelassen und braucht es keine Beschwerde. Die hätte bis kommenden Montag, 2. September, eingelegt werden müssen.

Stimmzettel sollen Mitte September vorliegen

Der Kreiswahlleiter kann nun den Druck der Stimmzettel in Auftrag geben. Bis Mitte September sollen sie vorliegen und an die Kommunen ausgeliefert werden. Im Wahlkreis Eichsfeld I werden sie weiß sein, im Wahlkreis II gelb. Kurz erklärte Manfred Pingel noch einmal den Aufbau des Stimmzettels, warum welche Parteien wie und wo aufgeführt werden, warum es manchmal leere Felder gibt. Die Beschlussfassung über die Wahlvorschläge würden im Amtsblatt am kommenden Dienstag offiziell bekannt gegeben, hieß es.

Der Wahlsonntag am 27. Oktober werde sicher nicht so arbeitsintensiv wie die Kommunal- und Europawahl im vergangenen Mai, meinte Hermann Martini. Die Auszählung der verschiedenen Wahlen von Europa über Stadträte, Gemeinderäte und Bürgermeister bis hin zum Kreistag habe sich bis in den nächsten Tag gezogen. „Ich bin an dem Montag nach einer durchwachten Nacht erst um halb zwei nachmittags nach Hause gekommen.“ Damit rechne er bei der Auszählung der Landtagswahl nicht, sagte er mit einem Lächeln.

Der Termin für die amtliche Feststellung des Ergebnisses der diesjährigen Landtagswahl steht auch schon fest: Am 30. Oktober um 10 Uhr wieder im Landratsamt am Friedensplatz. Auch diese Sitzung ist öffentlich.

Wahlkreis Eichsfeld I (Altkreis Heiligenstadt):

CDU: Thadäus König

Die Linke: Marit Wagler

SPD: Birgit Pelke

AfD: Björn Höcke

Grüne: Norbert Sondermann

FDP: Ronald Krügel

Freie Wähler: Jörg Gottesleben

Wahlkreis Eichsfeld II (Altkreis Worbis):

CDU: Christina Tasch

Die Linke: Sigrid Hupach

SPD: Sandy Kirchner

AfD: Jürgen Schwerdt

Grüne: Simeon Schroeter

FDP: Martin Miethlau

ÖDP/Familie: Karl Edmund Vogt

Internationalistisches Bündnis: Tristan Großkopf

Silvana Tismer