Der Tag des offenen Denkmals wird seit 1993 bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert und findet jährlich am zweiten Sonntag im September statt. Nun ist es also kommendes Wochenende so weit und auch im Eichsfeld öffnen viele Denkmäler ihre Türen und Tore für interessierte Besucher.
Hauröden
Am besten beginnen Interessierte ihre Rundreise durch die Denkmäler des Eichsfeldes in Hauröden. Denn die Evangelische Trinitatiskirche, Am breiten Born, ist lediglich von 10 bis 11.30 Uhr geöffnet. Sie wurde 1687 bis 1692 errichtet und ihr Innenraum besitzt eine beeindruckende Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist bis auf den barocken Kanzelaltar in monochromer Holzfassung gehalten.
Großbodungen
Mit dem Auto nur etwa sechs Minuten entfernt, geht es nach Großbodungen. Hier sind zwei Denkmäler zu besuchen. Das Ehemalige Amtshaus, Fleckenstraße 49, wurde 1461 und teilweise auf Tonnengewölbe errichtet, in dem eine Gutsschenke betrieben wurde. Von 1879 bis 1932 war dort das Preußische Amtsgericht untergebracht. Heute befinden sich der Verwaltungssitz der Landgemeinde Am Ohmberg, das Heimatmuseum mit Bilderausstellung, DDR-Produkte, Bücherei und eine nachgebildete Gefängniszelle im angrenzenden Gebäude. Das Haus hat von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Evangelische St. Petrikirche ist das zweite Denkmal des Ortes. Ihr ältester Teil ist der 20 Meter hohe Bruchsteinturm mit barocker Haube und achteckiger Laterne. Ihr Saalbau stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert mit spätgotischen und barocken Veränderungen. Die Türen stehen hier von 14 bis 17 Uhr offen. Der Kirchturm mitsamt der Glocken ist ebenfalls zur Besichtigung geöffnet.
Wallrode
Im Nachbarort Wallrode ist ebenfalls die Evangelische Kirche von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert, und sie besitzt eine funktionsfähige Einzeigerturmuhr von 1660 und damit die älteste Turmuhr Thüringens. Führungen gibt es nach Bedarf von Wilfried Fromm.
Haynrode
Weiter geht es nach Haynrode, wo es gleich drei Anlaufstellen gibt. Zum einen lädt die St.-Anna-Kirche zum Entdecken ein. Erbaut wurde sie 1592 aus den Mauern der Harburg. Ihre Türen stehen von 14 bis 17 Uhr offen, und es gibt Führungen nach Bedarf. Auch das „Steinerne Haus“ ist von 14 bis 17 Uhr geöffnet. In den vergangenen Jahren wurde viel Geld in die Hand genommen, um dieses einzigartige Gebäude aus dem 15. und 16. Jahrhundert für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch bei der Erbauung dieses Gebäudes wurden Steine aus dem Abriss der Harburg verwendet. Nach zwei großen Bränden 1847 und 1890 wurden etwa zwei Drittel des einstigen Ausmaßes zerstört. Die Brandspuren sind noch heute erkennbar. Führungen werden angeboten, ein Imbiss ist vorbereitet.
Auch das Dorfmuseum steht Besuchern offen. Dort findet sich unter anderem eine Präsentation der vor zehn Jahren im Umfeld der Harburg-Ruine geborgenen, restaurierten Metallgegenstände.
Buhla
Weiter geht die Reise nach Buhla. Dort ist die im Kern gotische Evangelische Dorfkirche das Ziel mit ihrem Saalbau aus Bruchsteinen, die 1620 bis 1650 erbaut und 1750 umgebaut wurde. Sie ist von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Ascherode
Einen Steinwurf entfernt, in Ascherode, lädt die Evangelische Kirche St. Paulus an diesem Sonntag ein. Sie wurde 1615/16 unter Einbeziehung eines Vorgängerbaus errichtet und ist von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Bernterode-Schacht
Auf der kleinen Kirchentour geht es weiter nach Bernterode-Schacht zur Evangelischen Kreuzkirche. Sie wurde 1925 für evangelische Bergleute nach Plänen von Eduard Fürstenau erbaut und besteht aus einem schlichten Saalbau und einem kleinen Turm. 1984 erfolgte der Anbau einer Sakristei. Vier Fenster des Kirchenbaus sowie der Flügelaltar stammen von Charles Crodel. Führungen gibt es nach Bedarf während der Öffnung zwischen 12 und 18 Uhr.
Gerterode
Auch in Gerterode ist die Evangelische Kirche von 13 bis 18 Uhr geöffnet. St. Gertraudis wurde 1805 als Fachwerkkirche erbaut.
Breitenholz
Wer dann erst einmal genug hat von Kirchen, fährt am besten nach Breitenholz. Hier steht ein Vierseithof, Hauptstraße 52, 1813 erbaut mit Gewölbekeller, Brunnen und heutigem Staudenhof von 12 bis 18 Uhr Interessierten offen. Führungen gibt es nach Bedarf von Gärtnermeister Sebastian Albrecht.
Kallmerode
Ein Fachwerkhaus in der Leinefelder Straße 17 in Kallmerode lädt anschließend zum Entdecken ein. Das fast 200 Jahre alte Eichsfelder Fachwerkhaus war seit Jahrzehnten unbewohnt und erhielt eine Kernsanierung unter Verwendung der originalen Baustoffe. Von 13 bis 17 Uhr gibt es dort Führungen nach Bedarf und Kaffee sowie Backwaren aus dem Lehmbackofen.
Wachstedt
Beim Denkmaltag darf auch ein Besuch der Burg Gleichenstein nicht fehlen. Von 10 bis 18 Uhr gibt es Vorstellungen der aktuellen Sanierungsarbeiten, Mittagessen und Kaffee, Verkostungen der in der Manufaktur hergestellten Nutzhanf-Produkte, Aktionen für Kinder, Handwerksvorstellungen, eine Ausstellung zur Geschichte der Burg sowie Führungen nach Bedarf.
Krombach
Der historische Bauernhof im Oberdorf 18 in Krombach gehört auch schon jahrelang zum Denkmaltag. Der Hof wurde 1713 in regional typischer Bauweise in Fachwerk gebaut. Wohnhaus, Scheune, Kuhstall mit Fruchtboden und historischer Schweinestall gehören zum Ensemble. Auf dem Hof wird noch kleinbäuerliche Landwirtschaft betrieben. Von 11 bis 18 Uhr gibt es dort eine Bewirtung mit Kaffee und Kuchen sowie Gegrilltem und Führungen auf Anfrage.
Sickenberg
Auch der denkmalgeschützte Vierseithof von 1800 mit in Fachwerk errichtetem Wohnhaus, Stall, Scheune, Tor- und Backhaus in Sickenberg ist einen Besuch wert. Er wurde 2010 mit dem Thüringer Denkmalpreis ausgezeichnet und ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen gibt es um 11.30 Uhr, 14 Uhr, 15.30 Uhr und 17 Uhr von Kristina Bauer zum Thema: Moderne, ökologische Technik im historischen Haus.
Asbach
Im Nachbartort Asbach lädt dann die Evangelische Versöhnungskirche, Dorfstraße 3, von 14 bis 17 Uhr zum Besuch ein. Führungen zum Thema Kirche nach 1945 bis heute gibt es nach Bedarf. Außerdem steht die Ausstellung mit Plakaten zur Geschichte der Versöhnungskirche Interessierten offen.
Fürstenhagen
Der Wasserturm im Naturparkzentrum Fürstenhagen ist nicht nur Erkennungsmerkmal des Naturparks, sondern auch ein weiteres Denkmal, das an diesem Sonntag seine Türen öffnet. Er wurde 1914 im Zuge der Errichtung der Zahnradbahn Heiligenstadt-Schwebda als einziger Wasserturm angelegt und ist seit 1995 ein technisches Denkmal, 1996 erfolgte die denkmalgerechte Sanierung mit Hilfe des Freistaates Thüringen. Der Turm beherbergt heute eine Naturpark-Ausstellung, ist Brutplatz für Fledermäuse, Dohlen und Turmfalken. Von 11 bis 18 Uhr steht er Gästen offen. Auch vor Ort ist ein Infostand und Büchertisch der Interessengemeinschaft Bauernhaus zum Thema fachgerechte Sanierung/natürliches Bauen. Ausstellungsführung im Turm gibt es auch.
Flinsberg
Obwohl an dem 1750 errichteten Vierseithof in Flinsberg, Hauptstraße 9, gerade noch Sanierungsarbeiten laufen, ist auch dieser am Sonntag von 13 bis 18 Uhr für Gäste geöffnet. Es gibt dort Kaffee und Kuchen und Führungen nach Bedarf.
Heiligenstadt
Im Literaturmuseum Theodor Storm ist am gesamten Sonntag der Eintritt frei. Der Storm-Verein serviert Storms Teekuchen nach originalem Rezept. Es können die beliebten Chroniken des Vereins bis zurück in das Jahr 1992 eingesehen werden. In den Galerieräumen des Museums wird die Sonderausstellung der Illustratorin Julie Völk aus Österreich präsentiert.
Volkenroda
Wer dann noch Luft hat für einen weiteren Besuch am Sonntag, für den lohnt sich ein Besuch der Klosteranlage Volkenroda. Vom Christus-Pavillon aus werden ab 12 Uhr jeweils zur vollen Stunde kostenfreie Kurzführungen angeboten. Klosterpforte und Café haben geöffnet und halten Informationen für die Gäste bereit. Im Christus-Pavillon kann die neu eröffnete Ausstellung „Horizonte“ von Jens Wolf besichtigt werden. Auch das Atelier Arndt und die Musikscheune Thoß haben geöffnet. Erstmals seit langer Zeit wird auch das Steintor wieder zu besichtigen sein.
TA


