Um die strategische Ausrichtung bei den Investitionen in Kindergartenplätze ging es unter anderem im nichtöffentlichen Sitzungsteil des Stadtrates von Leinefelde-Worbis am Montag. Wie Natalie Hünger, Fachamtsleiterin des Bereiches Öffentlichkeitsarbeit, Tourismus und Kultur, am Donnerstag mitteilte, sei dort beschlossen worden, die bestehenden Kindergärten im Stadtgebiet „möglichst zu erhalten, den begonnenen Kindergartenneubau in Kallmerode fertigzustellen, aber von weiteren Neubauten vorerst Abstand zu nehmen, sofern keine Betriebserlaubnis versagt wird“.

Grundlage für diese Entscheidung ist laut der Stadtsprecherin der Kindergartenbedarfsplan des Landkreises Eichsfeld, der für die Stadt Leinefelde-Worbis inzwischen eine signifikant gesunkene Anzahl von neu zu schaffenden Kindergärtenplätzen ausweise. Sollten im Jahr 2017 laut diesem Plan, der von der Kreisverwaltung erstellt wird, noch 116 neue Kindergartenplätze in Leinefelde-Worbis geschaffen werden, seien es aktuell nur noch neun, berichtet Natalie Hünger und ergänzt, dass dieser Trend mit den sinkenden Geburtenzahlen im Stadtgebiet korrespondiere und der bereits zu beobachtenden sinkenden Auslastung in den Kindereinrichtungen.

„Daher müssen nach Ansicht der Stadtverwaltung die bisher noch geplanten Ersatz- oder Neubauten von Kindergärten auf den Prüfstand, um die Finanzmittel der Stadt für die Kinderbetreuung möglichst effizient und zielgerichtet einzusetzen“, teilt die Stadtsprecherin mit.

Im Ortsteil Kallmerode wird gerade ein neuer Kindergarten gebaut. Insgesamt investiert die Stadt Leinefelde-Worbis dort 1,6 Millionen Euro. In der Summe sind 850.000 Euro Fördermittel enthalten. Mit dem Neubau soll unter anderem auch die Kapazität der Einrichtung erhöht werden, und zwar von jetzt 25 auf dann 45 Plätze. Der Einzug der Kinder in ihr neues Domizil ist für das Jahr 2025 anvisiert.

Wie Natalie Hünger außerdem informierte, hat die Stadtverwaltung den Haushaltsplanentwurf für das kommende Jahr dem Rat noch nicht zur Beschlussfassung vorgelegt. Wie der Erste Beigeordnete Dirk Moll (CDU) stellvertretend für den erkrankten Bürgermeister Christian Zwingmann (parteilos) mitteilte, sei das Zahlenwerk im Finanzausschuss schon intensiv beraten worden. „Aber aufgrund der geplanten enormen Investitionen von rund 40 Millionen Euro im kommenden Jahr brauche die Verwaltung noch die notwendige Zeit, um den Etat zu finalisieren“, heißt es. Dies solle gleich zu Jahresbeginn 2024 geschehen.