Eichsfeld. Viele Eichsfelder bleiben extra wach, um ein seltenes Naturschauspiel zu erleben: Nordlichter über dem Eichsfeld.

Es ist etwas Außergewöhnliches für unseren Breitengrad, was sich in der Nacht zum Samstag über Deutschland und über dem Eichsfeld zeigte: Polarlichter.

Normalerweise sind sie im Winter in Skandinavien, in Grönland, auf Island und natürlich in der Arktis zu erleben. Dass sie in unserer Hemisphäre so weit südlich erscheinen, ist außergewöhnlich.

Polarlichter über Kefferhausen aus Richtung Küllstedt.
Polarlichter über Kefferhausen aus Richtung Küllstedt. © UWE PETZL

Polarlichter sind normalerweise in der Nähe der Magnetpole der Erde zu erleben. Die Bänder umfassen etwa drei bis sechs Breitengrade. Hervorgerufen werden sie meist durch Sonnenstürme, die energiegeladene Teilchen transportieren, die dann an dem Magnetfeld der Erde beziehungsweise an der Erdatmosphäre abprallen. Das verursacht das Leuchten. Auf der Nordhalbkugel werden die Lichter Aurora borealis, auf der Südhalbkugel Aurora australis genannt.

Sonnenflecken und Phänomen von Niederorschel bis Mackenrode

Was dieses Mal dafür verantwortlich war, hat der Kefferhäuser Hobbyastronom Uwe Petzel schon am 9. Mai, also am Donnerstag in seiner kleinen Sternwarte fotografieren können: Nicht nur einen großen Fleck auf der Sonne, sondern eine gewaltige Fleckengruppe. „Die riesige Sonnenfleckengruppe AR 3664 ist der Ursprung des Teilchenstromes, der die starken Polarlichter verursacht hat“, bekräftigt Uwe Petzel.

Die riesige Sonnenfleckengruppe AR 3664  ist der Ursprung des Teilchenstromes, der die starken Polarlichter in der Nacht zum 11. Mai verursacht hat.
Die riesige Sonnenfleckengruppe AR 3664 ist der Ursprung des Teilchenstromes, der die starken Polarlichter in der Nacht zum 11. Mai verursacht hat. © UWE PETZL

Das Naturphänomen habe teils den gesamten Himmel auch in Richtung Süden eingenommen. Auch er ist in der Nacht zum Samstag wach geblieben und hat in seiner Sternwarte auf das Spektakel gewartet, das er von dort in verschiedenen Richtungen beobachten und fotografieren konnte. „Nur für das letzte Foto bin ich in Richtung Küllstedt gefahren und habe so eine Gesamtansicht machen können.“

Gegen 0. 30 Uhr in der Nacht gelang Jörg Föllmer das Foto in Mengelrode. 
Gegen 0. 30 Uhr in der Nacht gelang Jörg Föllmer das Foto in Mengelrode.  © Jörg Föllmer

Als Bilder von unglaublichen Eindrücken bezeichnet unser Leser Jörg Föllmer aus Mengelrode, was er festhalten konnte. Er hat sich in Mengelrode auf die Lauer gelegt und wurde gegen 0.30 Uhr für das Warten und Ausharren belohnt. Auch Tom Jünemann aus Niederorschel hat die Kamera griffbereit gehalten und das Himmelsphänomen in seinem Heimatort festgehalten.

Auch über Niederorschel war das seltene Phänomen zu bestaunen.
Auch über Niederorschel war das seltene Phänomen zu bestaunen. © Tom Jünemann

Genauso gespannt war Matthias Werner in Mackenrode. Ihm gelang es, die Kirche St. Martin im Licht der Aurora borealis festzuhalten. „In Mackenrode konnte man die Polarlichter besonders gut beobachten: Der Ort liegt im Tal und nachts brennt kaum ein Licht. Somit gibt es wenig Lichtverschmutzung“, sagt er. Sein Foto entstand gegen 1 Uhr in der Nacht.

In Mackenrode leuchteten die Polarlichter über der Martins-Kirche.
In Mackenrode leuchteten die Polarlichter über der Martins-Kirche. © Matthias Werner