Bessere Vermarktung von Ruhlas Leerständen

Ruhla.  Die Bürger fordern bei der Zukunftstour mehr gegen leerstehende Immobilien zu tun.

Die Stadt Ruhla will 2021 ihr Integriertes Stadtentwicklungskonzept verabschieden. In den letzten zwei Wochen fanden in den Erbstromtalorten Zukunftstouren statt. Den Abschluss machte die Kernstadt selbst, am Sonntag führte Bürgermeister Gerald Slotosch (im Bild mittig mit Kladde) die Bürger durch den Ort, Probleme, Anregungen, vieles kam zur Sprache. 

Die Stadt Ruhla will 2021 ihr Integriertes Stadtentwicklungskonzept verabschieden. In den letzten zwei Wochen fanden in den Erbstromtalorten Zukunftstouren statt. Den Abschluss machte die Kernstadt selbst, am Sonntag führte Bürgermeister Gerald Slotosch (im Bild mittig mit Kladde) die Bürger durch den Ort, Probleme, Anregungen, vieles kam zur Sprache. 

Foto: Katja Schmidberger

Vor der Rathaustür ist der türkisfarbene Briefkasten Blickfang. „Was soll sich hier ändern?“ prangt darauf in weißen Lettern. Cornelia Dittmar vom Büro Umbau und Stadt aus Weimar erklärt: „Bürger sollen mit uns gemeinsam nach vorn schauen, bereden, was sind die Chancen der Stadt, was die Themen der Zukunft?“ Zusammen mit der Stadtverwaltung erstellt die Planerin ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept für Ruhla und die Ortsteile. Es soll für die nächsten zehn bis 15 Jahre gelten und wird alle Lebensbereiche Ruhlas berühren. Das reicht von Mobilität, Bildung, Wirtschaft bis zum Tourismus und dem Leben vor Ort.

Um herauszufinden, welche Themen Bürger beschäftigen, werden sie befragt. Extra Fragebögen für Kinder und Jugendliche wie auch für Erwachsene können ausgefüllt im türkisfarbenen Briefkasten landen. Das ist jedoch nicht alles: Die Stadtverwaltung lud an den letzten zwei Wochenenden auch zu Zukunftstouren in ihre Orte, zuletzt gestern nach Ruhla selbst. Nach acht Stammtischen mit Vereinen, Unternehmen, Kindergärten und Schulen, auch touristischen Vermietern wanderte Sonntag Bürgermeister Gerald Slotosch (parteilos) mit seinen Einwohnern durch die Stadt. Die Tour begann am Rathaus, zog sich vom Markt über die Köhlergasse hoch zur Trinitatiskirche, weiter zur Schönen Aussicht, es folgten Altensteiner Straße und Dornsenberg-Promenade.

Die Touren sind Ersatz für die durch Corona ausgefallene geplante Zukunftskonferenz, die Anfang April hatte stattfinden sollen und ermöglichen den persönlichen Austausch von neuen Vorschlägen und Ideen. Am Markt beispielsweise tauchte die Idee eines eintägigen Wochenmarkts zu festen Zeiten auf. „Das wäre schon nicht schlecht“, meinte Silvia Rost, die wenige Meter weiter mit „Landstreichers Kostbarkeiten“ und der „Guten Stube“ einen Laden und ein Café betreibt. Wichtig wäre eine fester Termin, betonte sie. Kritisch angemerkt wurde, dass die Tourist-Information am Wochenende geschlossen ist.

Eine Lösung für die Freifläche in der Köhlergasse gegenüber dem Landgrafen wünscht sich Slotosch. Karin Richardt machte wiederum auf den kaputten Wasserspielplatz aufmerksam. Beklagt wurde auch die mangelnde Pflege der Grünflächen in dem Bereich. Hier wünschen sich einige, dass man mehr privates Engagement zulässt, um die Situation zu verbessern. Ein weiteres Thema waren leerstehende Häuser. Bauamtsleiterin Inge Endler erklärte, dass die Stadt ein Leerstandsmanagement erarbeitet hat, und man an der Umsetzung einer Imagekampagne arbeitet. Bürger schlugen hingegen ein Immobilienmanagement vor, das gezielt Lösungen für ungenutzte Häuser erarbeite, um sie neu zu entwickeln. Noch bis tief in den Sommer hinein haben Bürger nun die Möglichkeit, ihre Sichtweisen in den eingerichteten Briefkästen mitzuteilen, damit möglichst viele Anregungen in das neue Konzept einfließen.