Erfurt: Pläne für Stadion-Westtribüne dauerhaft auf Eis gelegt

Erfurt.  Eine Studie hat die Kosten für den Neubau der gesperrten Tribüne ermittelt. Für die Stadtpolitik sind sie zu hoch, um den Neubau zu rechtfertigen

2015 bekam die Westtribüne noch neue Sitze. Richtig genutzt werden konnten sie nicht.

2015 bekam die Westtribüne noch neue Sitze. Richtig genutzt werden konnten sie nicht.

Foto: Marco Schmidt

Nichts Neues im Westen – das gilt für die nächsten Jahre wohl im Steigerwaldstadion. Die alte Westtribüne wird voraussichtlich auf Jahre in ihrem aktuellen Zustand verharren.

Daran ändert auch eine Studie nichts, die mehrere Varianten von Sanierung und Neubau der gesperrten Tribüne untersuchen sollte und nun vorliegt. Sie beziffert die Kosten für den Neubau in der teuersten Variante auf bis zu 18 Millionen Euro. Andere als zukunftsfähig eingeschätzte Varianten sind nicht viel günstiger.

„Zur Zeit würden die Leute diese Investition nicht verstehen“, meint Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). Ohnehin wäre die Maßnahme nur mit Hilfe von Fördermitteln möglich. Solche Fördermittel sind aktuell nicht in Sicht.

Als Voraussetzung wäre es zugleich „hilfreich, wenn der FC Rot-Weiß ein Signal des Aufbruchs setzen würde“, meint Bausewein. „Die Stimmung muss so sein, dass man mit dem Vorhaben nicht gegen eine Wand läuft.“

Auch in der Stadtpolitik erfährt ein Tribünenneubau keinen Rückhalt mehr. Das deutet zumindest die jüngste Sitzung des Werkausschusses für die Multifunktionsarena an. Sein Antrag, den Tribünenneubau nicht weiter zu verfolgen, habe dort eine deutliche Mehrheit erzielt, bestätigt Stadtrat Peter Stampf (Freie Wähler). „Der Bau von Schulen und Turnhallen ist wichtiger“, meint er.

Die Tribüne, deren geplante Sanierung sich beim Stadionneubau als komplizierter und vor allem teurer erwies als gedacht, ist seit der Neueröffnung des Stadions gesperrt. Als mangelhaft wurden vor allem die Toiletten, die Elektrik und die Beschallung eingeschätzt. Für große Ereignisse im Stadion könnte sie unter hohem Aufwand geöffnet werden, wie es bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft 2017 geschah.

Zuletzt hatte im Vorjahr ein Investor mit der Idee gespielt, die Tribüne privat zu sanieren und um einen Hotelbau zu erweitern. Die Pläne gingen aber in der RWE-Krise unter.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.