Schattenspender zur Probe ab September auf dem Leipziger Platz

Erfurt  Strategien gegen die Hitze in der Stadt: Schattenspender und Bäume, zunächst in Kübeln, sollen im Erfurter Osten ab September für Abkühlung sorgen – erstmal probehalber.

Professorin Heidi Sinning vom Institut ISP der FH Erfurt und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Lena Großmann in der Ausstellung.

Professorin Heidi Sinning vom Institut ISP der FH Erfurt und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Lena Großmann in der Ausstellung.

Foto: Frank Karmeyer

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Ab 30 Grad wird Hitze als unangenehm empfunden – tagsüber bringt sie einen ins Schwitzen und nachts um den Schlaf. Was sich gegen die Hitze tun lässt und wie sich andere Städte auf immer häufiger auftretende Hitzewellen vorbereiten, darüber informiert eine Ausstellung, die gestern im Azurit-Seniorenzentrum in der Theo-Neubauer-Straße eröffnet wurde.

Unter dem Titel „Eine Stadt kühlt runter – Gemeinsam für mehr Lebensqualität im Sommer“ werden vom Forschungsprojekt „HeatResilientCity – Hitzeangepasste Stadt“ Beispiele für Bürgerengagement im Umgang mit Hitze gezeigt.

Unweit vom Heim, am Leipziger Platz, wird das Forschungsprojekt erste praktische Folgen haben: Schattenspender und Bäume, zunächst in Kübeln, sollen dort ab September für Abkühlung sorgen. Probehalber. Werden die umgestalteten Ruheplätze angenommen, sollen im Folgejahr dann Bäume angepflanzt werden auf dem Platz, kündigt Professorin Heidi Sinning an. Sie verantwortet das vom Bund finanzierte Forschungsprojekt zur Hitze in der Stadt in Erfurt, weiterer Forschungsort ist Dresden.

In Erfurt rückt das Quartier „Oststadt“ in den Fokus, in dem das Azurit-Heim liegt. Sinning lud gestern dazu ein, sich anhand der Ausstellung zu informieren – vom Nachbarschaftsprojekt einer Klimazone in Bremen bis hin zum Hitzetelefon Sonnenschirm in Kassel reicht dabei die Palette. Hier pflanzten Bürger Bäume oder legten Wildblumenwiesen an, dort gibt eine kostenlose Telefon-Hotline besonders älteren Menschen Warnungen zur Hitze und Tipps, wie man damit umgehen kann.

„Mehr Grün, mehr Wasser, mehr Schatten“ – das seien die einfachen Rezepte für eine bessere Lebensqualität, trotz Hitze. „Die Leistung sinkt, die Gesundheit bereitet Probleme“, das sei eine typische Hitzereaktion des Menschen. Wie jeder selbst aktiv werden kann und durch eigenes Engagement etwas bewirken kann, davon zeugt die Ausstellung, die ab September dann ins Haus der sozialen Dienste weiterzieht.

Boris Weikert, Leiter der Seniorenresidenz, weiß: Senioren sind von der Hitze besonders betroffen. Er listete zur Ausstellungseröffnung auf, wie das Heim schon lange aktiv wird in dieser Sache. Ventilatoren in den Zimmern, leichtere Kost aus der Küche, ein Protokoll, das ausreichende Wasseraufnahme dokumentiert – nun soll noch ein Sprühnebel auf der Terrasse hinzukommen, um den Heimbewohnern auch bei Hitze einen Aufenthalt im Freien zu ermöglichen.

Geöffnet bis 30. August, wochentags von 8 bis 18 , am Wochenende von 10 bis 14 Uhr Theo-Neubauer-Straße 15, freier Eintritt

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