Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen beim FC Rot-Weiß Erfurt ein

Erfurt  Beim Fußball-Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt hat sich der Verdacht des Bankrotts im Zuge des Insolvenzverfahrens nicht bestätigt.

Erfurter Steigerwaldstadion (Archivbild).

Erfurter Steigerwaldstadion (Archivbild).

Foto: Sascha Fromm

Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat die Ermittlungen im Zuge des Insolvenzverfahrens beim Fußball-Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt nach fast einem Jahr eingestellt. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde, die wegen des Verdachts des Bankrotts tätig wurde.

Bereits im Sommer hatte Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen erklärt, der Anfangsverdacht habe sich nicht erhärtet. Nun ist die Akte geschlossen worden. Ermittelt wurde von Amts wegen.

Juristische Auseinandersetzungen als Folge der turbulenten Vergangenheit

Bei jedem Insolvenzverfahren sei es üblich, dass die Insolvenzakten der Ermittlungsbehörde zur Prüfung auf eventuelle Unregelmäßigkeiten übergeben werden. Dies sei im Fall des Fußballclubs durch das Amtsgericht Erfurt geschehen, hieß es.

Rechtsstreit mit früherem Trainer Stefan Emmerling

Am 13. April 2018 hatte der mit 6,8 Millionen Euro verschuldete Verein einen Insolvenzantrag gestellt. Der Viertligist befindet sich jedoch trotz neuer Investoren und einer im Sommer gegründeten Spielbetriebs GmbH nach wie vor in juristischen Auseinandersetzungen als Folge der turbulenten Vergangenheit. Zuletzt erlitt der Club eine Niederlage im Rechtsstreit mit dem früheren Trainer Stefan Emmerling.

Das Gericht bewertete dessen Kündigung als rechtswidrig. Der 53-Jährige bestätigte, dass das Urteil in der vergangenen Woche seinem Anwalt zugestellt worden sei. Angeblich muss Erfurt nun 70.000 Euro nachzahlen. „Für mich ist das Kapitel FC Rot-Weiß lange erledigt“, sagte Emmerling, dem im Sommer 2018 gekündigt worden war. In erster Instanz hatte das Amtsgericht Erfurt bereits vor einem Jahr die Kündigung des bis Juni 2019 laufenden Vertrages für unwirksam erklärt. Emmerling ist inzwischen wieder beim niedersächsischen Oberligisten Kickers Emden tätig.

Ex-Sportdirektor Bornemann wehrt sich gegen die Kündigung

Eine Entscheidung im Streit mit Oliver Bornemann soll am 7. November fallen. Der Ex-Sportdirektor wehrt sich gegen die Kündigung zum 30. April 2019. Er verwies im Oktober bei einer Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht auf einen von beiden Seiten schriftlich fixierten Vertrag mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2020 mit einer Option für ein weiteres Jahr, der ein Kündigungsrecht ausgeschlossen hat. Dagegen argumentiert der FC Rot-Weiß, dass im Zuge der Insolvenz durchaus eine Trennung möglich gewesen sei und der Posten des Sportdirektors weggefallen ist.

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