Zwei Erfurter Kreative setzen auf Begegnung

Erfurt.  Eine neue Ebene entsteht, wenn Fotografie und Illustration verschmelzen. Die Erfurter Kreativen Nora Klein und Suse Schweizer haben es probiert.

Die Fotografin Nora Klein (links) und die Illustratorin Suse Schweizer gehen gemeinsam das Projekt „Begegnung“ an.

Die Fotografin Nora Klein (links) und die Illustratorin Suse Schweizer gehen gemeinsam das Projekt „Begegnung“ an.

Foto: Nora Klein und Suse Schweizer (Fotorechteinhaber)

Wie Fotografie und Illustration zu einem neuen Bild verschmelzen, das wollten Nora Klein und Suse Schweizer dem Publikum an ihrem Gemeinschaftsstand zum Projekt „Begegnung“ auf der artthuer zeigen. Doch die fiel aus. Der Kunstmesse und damit allen Ausstellungswilligen hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dies ist der nächste Beitrag der Porträtreihe „Kunst-Kontakt“ über Erfurter Kreative.

Eine neue Ebene und neue Sichtweisen sind das Ergebnis

„Die Kombination aus authentischer Darstellung (Fotografie) und dem Aufzeigen des Unsichtbaren (Illustration) ergänzen das neue Werk um eine zusätzliche Ebene“, formulierten die beiden Erfurterinnen in ihrer Bewerbung für die aertthuer. Nora Klein und Suse Schweizer verstehen ihre gemeinsame Herangehensweise als einen spielerischen Versuch, mit den Medien Fotografie und Illustration umzugehen. Diese unterschiedlichen gestalterischen Mittel erzeugen die Illusion von Räumlichkeit und Körperlichkeit. Der Austausch während der Schaffensphase wirkt befruchtend und beide lernen eine weitere Möglichkeit der Auseinandersetzung in Gemeinschaft kennen. Damit verändert und erweitert sich die Sichtweise auf ihre Arbeiten.

Nora Klein, Jahrgang 1984, beschäftigt sich als Dokumentarfotografin vor allem mit Themen, die Menschen aus ihrem Kulturkreis bewegen. Seit 2010 ist sie freie Fotografin und betont, es sei faszinierend, das Unaussprechliche sichtbar zu machen. Dabei muss sie Fotografie immer wieder neu denken. Wenn sie Geschichten mit Hilfe ihrer Bilder erzählt, nähert sie sich auch „schweren“ Themen. Im fotografischen Projekt „Mal gut mehr schlecht“ findet sie beispielsweise eine visuelle Ausdrucksform für die Gefühlswelt depressiver Menschen.

Alltägliche Situationen und Gesten in skizzenhaften Strichen einfangen

Die Illustratorin Suse Schweizer ist Jahrgang 1973 und seit 2004 freiberufliche Grafikerin. Sie ist fasziniert davon, alltägliche Szenen und Gesten in skizzenhaften Strichen einzufangen. In ihren Arbeiten erfindet sie Welten, erzählt Geschichten, bannt Bewegungen, verändert Dinge. Dabei ist es ihr wichtig, dass der Betrachter die Zeichnungen leicht entschlüsseln kann, um Gefühle oder Situationen zu erkennen. Für freie Arbeiten nutzt sie vorhandenes Bildmaterial aus Zeitungen, das sie umformt, collagiert und mit den digitalen Möglichkeiten verändert. Sich auszutauschen über Ästhetik, im Gespräch zu bleiben und gemeinsame Bildwelten zu entwickeln, das bedeutet für Suse Schweizer einen Mehrwert im Vergleich zur Einzelarbeit.

Mehr über ihre bisherigen Projekte und über Preise, die sie dafür bekamen, verraten sie mit ihren Internetauftritten. Dort wird auch das Geheimnis des Illustrationsautomaten von Suse Schweizer gelüftet.

Nora Klein (Raum 19) im Künstler- und Atelierhaus Marktstraße 6, Tel. 0361/6 60 75 32, mobil 0172/8 53 68 05 www.noraklein.deSuse Schweizer (Raum 19), Marktstraße 6, www.susebox.de