Der Tisch in der Cafeteria des SRH-Krankenhauses Waltershausen-Friedrichroda ist weihnachtlich geschmückt. Zum letzten Mal in diesem Jahr kommen die gynäkologisch-onkologischen Patientinnen der Frauenklinik im Onko-Café am Reinhardsberg zusammen. In lockerer Gesprächsrunde, die von Chefarzt Heiko Tuppatsch und der leitenden Oberärztin Tina Prinz angeführt wurde, konnten die Patientinnen, die aus dem Landkreis Gotha und den benachbarten Regionen stammen, sich noch einmal untereinander austauschen und ihre Erfahrungen weitergeben. Das ist auch der Sinn des Onko-Cafés, welches es seit 2019 gibt. Stolz ist Chefarzt Tuppatsch, dass es diese Form des Angebotes nur in seiner Frauenklinik gibt. „Wir bieten unseren Patienten hier die Möglichkeit des gemeinsamen Austausches mit betroffenen Frauen und der Begleitung durch unsere Mitarbeiter“, sagt Heiko Tuppatsch.

Für viele Frauen stellt die Diagnose Krebs ein Schicksalsschlag in ihrem Leben dar. Ohnmacht, Angst und Unsicherheit sind die ersten Reaktionen darauf, die aber nach geraumer Zeit durch Hoffnung, Wut, Widerstand und Annehmen der Erkrankung weichen. Wie Chefarzt Tuppatsch bestätigte, wurden im gynäkologisch-onkologischen Bereich in diesem Jahr fast 100 Patientinnen mit Brustkrebs und 48 Patientinnen mit Genitalkarzinom behandelt.

Ambulante Krebsberatungsstelle hat Arbeit aufgenommen

Froh sei der Mediziner, dass sich die Situation im Operationsbereich des Klinikums verbessert hat, insbesondere bei den OP- und Anästhesieschwestern. „Hier hat sich die Situation erfreulicherweise stabilisiert, sodass struktuierte Arbeitsabläufe wieder möglich sind“, sagt Heiko Tuppatsch. Dementsprechend hervorzuheben sei nach seiner Einschätzung die Einstellung zweier Chefärzte der Anästhesie. Für ihn zähle insbesonders bei der Versorgung seiner Patientinnen eine funktionierende interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Anästhesie und der Chirurgie. Sie seien die Voraussetzung für ein optimales OP-Ergebnis.

Managen die Krebsberatung: Breast Care Nurse Birgit Marx, Chefarzt Heiko Tuppatsch, Sekretärin Jacqueline Fischer, Sozialarbeiterin Anna-Lena Schlott,  Psychoonkologin Susann Weiner, Sekretärin Carola Triebel und die leitende Oberärztin Tina Prinz (von links).
Managen die Krebsberatung: Breast Care Nurse Birgit Marx, Chefarzt Heiko Tuppatsch, Sekretärin Jacqueline Fischer, Sozialarbeiterin Anna-Lena Schlott, Psychoonkologin Susann Weiner, Sekretärin Carola Triebel und die leitende Oberärztin Tina Prinz (von links).© André Raffel | André Raffel

Gemeinsam mit der Universitätsfrauenklinik Marburg arbeitet die Friedrichrodaer Frauenklinik bei komplexeren gynäkologisch-onkologischen Eingriffen oder Rezidivfällen eng zusammen. Wöchentlich trifft man sich zu Tumorkonferenzen. Eine enge Kooperation besteht auch mit dem Brustzentrum des SRH-Zentralklinikums Suhl. Hier geht es vor allem um Patientinnen, die eine komplexe onkoplastische Operation bei Mammakarzinomen benötigen.

Seit Anfang Dezember besteht im Krankenhaus die ambulante Krebsberatungsstelle Südthüringen. Regelmäßig bietet das Team aus Psychologinnen, Psychoonkologinnen und Sozialarbeiterinnen Sprechstunden für betroffene Frauen an. Die Mitarbeiter geben Hilfe bei der Beantragung von Reha, beruflicher Wiedereingliederung oder beim Umgang mit der Diagnose. Das Angebot richtet sich nicht nur an Krebs-Erkrankte, sondern auch an Familienmitglieder. Für Gynäkologie-Chefarzt Heiko Tuppatsch passt dieses Angebot wie ein Puzzleteil zum Portfolio seiner Klinik: „In unserem Krankenhaus bieten wir für Krebs-Erkrankte mehr. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass eine Krebserkrankung bei Betroffenen unendlich viele Fragen aufkommen lässt. Einige kann Google beantworten, andere der Arzt. Ich bin froh, dass wir künftig auf das Team der ambulanten Krebsberatungsstelle zählen können.“