Fragen Sie Professor Schunk

Die Verteidigung des Körpers

Werner Schunk
Werner Schunk aus Gotha ist Arzt und Autor.

Werner Schunk aus Gotha ist Arzt und Autor.

Foto: Claudia Klinger

Fragen Sie Professor Schunk zur Abwehr, die jeder Mensch in sich trägt.

Die weißen Blutkörperchen (leukos bedeutet weiß) sind die Abwehrzellen. Sie vernichten alle eingedrungenen Krankheitserreger und körperfremden Strukturen. Damit das möglich ist, wächst ihre Anzahl im Verlauf einer Krankheit an (Leukozytose), wobei unterschiedliche Zelltypen zum Einsatz kommen. So unterscheidet man die Leukozyten anhand ihres Aussehens in Granulozyten (Körnchenzellen mit 60 bis 70 Prozent der Blutleukozyten), Lymphozyten (20 bis 30 Prozent der der Blutleukozyten) und Monozyten oder Makrophagen (2 bis 6 Prozent der Blutleukozyten).

Kämpft der Körper beim Anzug etwa einer Erkältung gegen Eindringlinge, die ihn als Viren oder Bakterien infizieren wollen, geschieht das in mehreren Stufen. Zuerst beschleunigt der Anstieg bestimmter Granulozyten den Einsatz der Immunabwehr. Das ist die sogenannte Linksverschiebung.

Bakterien, Pilze und Zelltrümmer werden in großer Zahl in das Gewebe gelockt. Die Zellen wandern aus dem Blutgefäß in das Gewebe, umschließen und verdauen die Fremdkörper. Das gilt als die Abwehrphase.

Es folgt die Aktivierung der Monozyten, die auf dem Krankheitshöhepunkt als Fresszellen die Fremdstoffe verdauen. Wir nennen es allgemeine die Überwindungsphase etwa eines Infektes. Das Geschehen verheißt Heilung. Dem schließt sich umgehend die Phase an, in der die Lymphozyten als B- und T-Lymphozyten den weiteren Rückgang der Leukozytenzahl bestimmen.

Während die anderen Leukozytenarten im Knochenmark gebildet werden, entstehen Lymphozyten in den Lymphknoten, der Milz und in der Thymusdrüse. Die T-Lymphozyten aktivieren und zerstören andere Immunzellen.

Die B-Zellen bilden speziell gegen bestimmte Erreger oder schädigende Stoffe gerichtete, enorm wichtige Antikörper. Die sind dafür geschaffen, den Körper vor nochmaligen Angriffen von Krankheitserregern zu schützen.