Fachleute aus ganz Deutschland treffen sich regelmäßig in Waltershausen

Sechster Waltershäuser Technologietag mit Fachvorträgen. Auszeichnung an den Regelschullehrer Tom Höpfner.

Produktionsleiter Marc Heiderich führte eine der Teilnehmergruppe durch die neue Blasformtechnik-Halle bei ContiTech in Waltershausen.

Produktionsleiter Marc Heiderich führte eine der Teilnehmergruppe durch die neue Blasformtechnik-Halle bei ContiTech in Waltershausen.

Foto: Peter Riecke

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Bereits zum sechsten Mal trafen sich am Mittwoch, dem 27. November 2019, Technik- und Technologiefachleute aus ganz Deutschland in Waltershausen, diesmal zum 6. Waltershäuser Technologietag. Seit 2017, als es mit einem Treffen und Fachvorträgen unter dem Titel „Ist die Digitalisierung Schmierstoff für die Wertschöpfung der Zukunft?“ begann, organisiert Dr.-Ing. Christian Döbel, der an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach eine Professur für Automatisierungs- und Regelungstechnik innehat, diese Technologietage. Die Gäste begrüßte auch der Waltershäuser Bürgermeister Michael Brychcy (CDU).

Beim 5. Technologietag im Juni 2019 war es Landrat Onno Eckert (SPD), der in seinem Grußwort unterstrich, es sei nicht selbstverständlich, dass Foren dieser Qualität im ländlichen Raum präsentiert würden. Man stehe hier für den Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis. Der 6. Waltershäuser Technologietag stand unter dem Thema Technische Zuverlässigkeit für Hard- und Software. Gastgeber sind jedesmal Waltershäuser Unternehmen, die auf einem hohen technologischen Niveau arbeiten.

So fand auch der Einführungsvortrag Uwe Poddeys, des Standortleiters von ContiTech Waltershausen, reges Interesse. Auch bei ContiTech spürt man die Umbrüche im Automobilbau und stellt sich darauf ein. Die Werksführung geleitete die Konferenzteilnehmer in die 2016 eröffnete Halle für Blasform-Technik, in der ContiTech unter Beweis stellt, wie Autoteile wie beispielsweise Ladeluftschläuche zu größeren Teilen aus Kunststoff hergestellt werden, ohne vollkommen auf Gummi zu verzichten. Wie man die Zuverlässigkeit von Hardwarekomponenten und Systemen unter raffenden Versuchsbedingungen statistisch nachweist, erläuterte Dr. Frédéric Stoffers von Mercedes-Benz Cars. Dabei ging es darum, trotz immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen im Automobilbau, Aussagen über die langfristige Haltbarkeit treffen zu können.

Von der Institut für Qualitäts- und Zuverlässigkeitsmanagement GmbH kam Johannes Heinrich (Master of Science). Er gab einen Einblick in die Probleme, Sicherheit und Zuverlässigkeit beim autonomen Fahren. Professor Dr.-Ing. Alfred Gerlach von der Bergischen Universität Wuppertal sprach anhand von Beispielen aus dem Bergbau über die Sicherheitsintegrität von Software. Dipl.-Ing. Hans-Joachim Steinfeld erläuterte die Tätigkeit des Vereins für Technische Sicherheit und Umweltschutz mit Sitz in Gotha und erörterte anhand von Großgeräten im Braunkohle-Tagebau das Thema Sicherheitsintegrität der Hardware. Thomas Zipf vom Gastgeber ContiTech gab einen Einblick in Methoden, mit Hilfe automatisierten maschinellen Lernens die Kosten von Qualitätskontrollen zu verringern und deren Aussagekraft zu erhöhen. Weitere Vorträge hatten Sicherheitstest und Messmittel zum Thema.

Christian Döbel, der sich sehr für die Wiedereinführung weitreichender polytechnischer Ausbildung an thüringischen Schulen engagiert, verlieh den 2. Waltershäuser Technologiepreis für die ehrenamtliche technische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen an Tom Höpfner, den Leiter der Fachschaft Mathematik, Physik und Astronomie an der Europaschule Waltershausen. Die Laudatio hielt Schulleiterin Regine Herrmann. Der nächste Technologietag ist laut Döbel für Juni 2020 geplant.

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