Guten Morgen Gotha

Falsche Freunde im Auswärtigen

Victoria Augener
Redakteurin Victoria Augener

Redakteurin Victoria Augener

Foto: Lutz Prager

Victoria Augener über Pseudo-Anglizismen

Vor kurzem schrieb ich an dieser Stelle von einem Lost Place, der keiner sein soll. Erst Grafensitz, dann Gefängnis, jetzt eine leere Hülle, die ihre einstige Pracht nur erahnen lässt. Die Burg ist nur einer von unzähligen schaurig-schönen verlassenen Orten. Wer mit diesem Aspekt seiner Heimat im Ausland angeben will, sollte jedoch den Begriff Lost Place vergessen.

Im Englischen spricht man von „abandoned premisses“, aufgegebenen Liegenschaften, was die in Deutschland gebräuchliche Phrase zum Pseudoanglizismus macht. Und ich verspreche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, davon kennen Sie – auch ohne es zu wissen – einige. Denn das Handy, das gerade sicherlich in Griffbereitschaft liegt, ist im Englischen schlichtweg das Adjektiv für „handlich“, nicht aber Synonym für Mobiltelefon. Auch das Home-Office, in dem während der Pandemie viele Beschäftigte erste Erfahrungen gesammelt haben, ist ein sogenannter falscher Freund. Korrekt wäre remote work.

Bedenken Sie das, falls Sie demnächst in den Urlaub starten. Und ansonsten: Gute Reise!