Die Ohratalbahn soll wieder in Betrieb genommen werden. Das haben Linke, SPD und Grüne in ihrem Regierungsvertrag festgelegt, wie der Gothaer Landtagsabgeordnete Matthias Hey (SPD) mitteilt. Um die Mobilität in Thüringen zu fördern, bekenne sich die neue Landesregierung dazu, stillgelegte Bahnstrecken wiederzubeleben.

Gemeinsam mit Innenminister Georg Maier (SPD) setzt sich Matthias Hey als Mitglied der Verhandlungskommission für eine Zukunftsperspektive der Ohratalbahn ein. „Zunächst waren da nur die Werrabahn, die Höllentalbahn, die Rennsteig- und die sogenannte Pfefferminzbahn aufgeführt“, so Hey, „am Ende der Verhandlungen ist es Georg Maier und mir geglückt, alle anderen Partner zu überzeugen und auch die Ohratalbahn mit in die Liste aufzunehmen.“

Mit der erneuten Inbetriebnahme der Bahnlinien planen die Koalitionsparteien, den ländlichen Raum in Thüringen besser an Städte anzubinden. „Wenn Orte wie Gräfenroda, Ohrdruf, Georgenthal und Crawinkel wieder besser nach Gotha angebunden sind, profitiert davon der gesamte Landkreis“, ist sich Matthias Hey sicher.

Der Regierungsvertrag muss noch von den Mitgliedern der drei Parteien angenommen werden und dient dann als Arbeitsgrundlage einer möglichen Minderheitsregierung in Thüringen.

Die 36 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Gotha und Gräfenroda, die als Ohratalbahn bekannt ist, wurde im September 2013 stillgelegt. Erst kurz zuvor war der Oberbau des Abschnitts Gotha-Emleben erneuert worden. In den Jahren zuvor waren Millionenbeträge in die Instandhaltung der Strecke geflossen.

Viele Anwohner hatten die letzte Fahrt der Ohratalbahn 2011 wehmütig begleitet, sie sogar mit einem Sarg-Modell zu Grabe getragen. Auch für Radtouristen in der Gegend war die Stilllegung eine Niederlage, weil sie ihre Räder in Bussen nicht mitnehmen konnten. Besonders Vertreter der Grünen und der SPD griffen den Unmut auf, um sich für die Wiederinbetriebnahme der Strecke stark zu machen.

red