Tonnaer Schüler beobachten Erde aus dem All

Gräfentonna  Schutzgemeinschaft Deutscher Wald holt eine Klima-Expedition an die Gemeinschaftsschule. Kinder informieren sich über den Klimawandel

Niklas Ihring, Vincent Lehmann, Vincent Batz und Til Dewalt (von links) aus der Klasse 6a nahmen an der Klima-Expedition teil. Foto: Anke Winterberg

Foto: zgt

Der Klimawandel ist in der Gemeinschaftsschule Gräfentonna schon längst angekommen. Im Biologie-Unterricht werden die Lebensweisen von Eisbären und Dromedaren unter die Lupe genommen. Was bedeutet es, wenn‘s in der Wüste noch länger noch heißer wird als üblich und in der Arktis den Bären der Lebensraum sprichwörtlich unter den Tatzen wegschmilzt?

Der Chemie-Unterricht widmet sich unter anderem dem Gas Methan und den Auswirkungen, wenn es in großen Mengen in die Atmosphäre unseres Planeten entlassen wird.

Insofern war der Besuch der „Klimaexpedition“ des Umweltschutzvereins Germanwatch am Donnerstag eine sinnvolle Ergänzung zum üblichen Unterricht. Auf Initiative des Thüringer Landesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald touren derzeit Klima-Experten durch das Land. Im Gepäck hatte Holger Voigt eine Satellitenschüssel und diverse Laptops. Mit diesen baute er eine Live-Verbindung zum Wettersatelliten Meteosat auf.

Die Schüler der Klassen 6a und 6b konnten so einen Blick auf die Erde aus einer Umlaufbahn in 36 000 Kilometern Höhe werfen. Im Zeitraffer war der Tag-Nacht-Wechsel ebenso zu beobachten wie Tief- und Hochdruckgebiete, Sandstürme oder sogar der aktuelle Ausbruch des Ätna auf Sizilien.

Gemeinsam mit den Mädchen und Jungen tastete sich Holger Voigt in das komplexe Thema Erderwärmung vor.

Mensch ist verantwortlich für Klimawandel

Um wie viel Grad mag sich die Erde in den vergangenen 60 Jahren erwärmt haben? Die Schüler schätzten: 30 Grad, 40 Grad, 70 Grad? Dass es tatsächlich nur etwa 1 Grad ist, wunderte viele. Die Auswirkungen dieses zunächst gering erscheinenden Anstiegs auf das Klima und die Ökosysteme sind dennoch enorm.

In der Erdgeschichte haben bereits heftige Vulkanausbrüche oder Meteoriteneinschläge für Klimaveränderungen gesorgt. Aber der jetzige Wandel sei im Wesentlichen auf den Menschen zurückzuführen, so Holger Voigt. Der Anteil der Menschen an der Erderwärmung liege bei mindestens 50 Prozent, so der Experte – beispielsweise durch den hohen Ausstoß von Methangasen und Kohlendioxid, die lange in der Atmosphäre bleiben.

Der Besuch der Klima-Expedition ist laut Lehrerin Anke Winterberg ein weiterer Schritt der Schule auf dem Weg zur „MINT-Schule“. Die Abkürzung steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. Der Blick aus dem All auf die Erde vereinte all diese Disziplinen.

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