Quarantäne auch bei Virusgrippe und Magen-Darm-Viren

Ilmenau.  Entwarnung bei den drei Verdachtsfällen auf Erkrankung mit dem Corona-Virus. Die Ilm-Kreis-Kliniken sehen sich auf die Situation vorbereitet.

Radwan Maya von der Osswaldschen Apotheke in Arnstadt zeigt einen Mundschutz. In den vergangenen Wochen sei die Nachfrage danach stark angestiegen, momentan habe sich die Lage etwas beruhigt, sagt Dr. Anke Ritter von der Apotheke. 

Radwan Maya von der Osswaldschen Apotheke in Arnstadt zeigt einen Mundschutz. In den vergangenen Wochen sei die Nachfrage danach stark angestiegen, momentan habe sich die Lage etwas beruhigt, sagt Dr. Anke Ritter von der Apotheke. 

Foto: Hans-Peter Stadermann

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Entwarnung konnte Dienstagabend gegeben werden. Zwei Verdachtsfälle auf Erkrankung mit dem Corona-Virus hatten sich in Ilmenau nicht bestätigt (unsere Zeitung berichtete). Die Frau und der Mann durften die Ilm-Kreis-Kliniken in Ilmenau verlassen. Beide haben einen normalen grippalen Infekt, so das Landratsamt. Seit Samstag wurden die beiden Verdachtsfälle stationär unter Quarantäne behandelt. Ihr Zustand hatte sich in den zurückliegenden Tagen nicht verschlechtert. Bereits eine Woche zuvor gab es Entwarnung. Eine Infektion mit dem Corona-Virus konnte bei einem Mann nicht nachgewiesen werden, der ebenfalls in Ilmenau in Quarantäne behandelt worden war. Auch hier handelte es sich um einen grippalen Infekt, teilt das Landratsamt mit.

Patientenzimmer wird nach Bedarf umfunktioniert

Dass die drei Verdachtsfälle aus dem Ilm-Kreis in Ilmenau behandelt wurden, war wohl eher Zufall. Sie wurden von Hausärzten direkt an die Notaufnahme verwiesen. Wie es aus den Ilm-Kreis-Kliniken heißt, sind Behandlungen unter Quarantäne an beiden Standorten, also auch in Arnstadt, möglich. Dafür gibt es keine spezielle Station. Je nach Bedarf werde ein normal eingerichtetes Patientenzimmer dafür umfunktioniert, so Christina Fischer, die Prokuristin der Ilm-Kreis-Kliniken.

„Im Rahmen der Vorgaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) sind die Ilm-Kreis-Kliniken auf das mögliche Auftreten von Verdachtsfällen vorbereitet“, versichert Marc Morgenfrüh. Der Krankenhaushygieniker sagt, dass nach Einschätzungen des Institutes mit dem Import einzelner Fälle nach Deutschland und mit einzelnen Mensch-zu-Mensch-Übertragungen, wie in Bayern erfolgt, zu rechnen sei. „Das können wir auch im Ilm-Kreis nicht ausschließen, deshalb haben die Ilm-Kreis-Kliniken in beiden Klinik-Standorten die Möglichkeit geschaffen, Verdachtsfälle nach den Vorgaben des RKI aufzunehmen, zu diagnostizieren und bis zum Eintreffen der Befundergebnisse zu isolieren“, so der Anästhesist und Intensivmediziner Morgenfrüh weiter. Das Personal sei durch die Abteilung Krankenhaushygiene mit dem Umgang mit Verdachtsfällen vertraut gemacht worden.

Eigenschutz für Personal wichtig

Das Personal habe durch die vom Robert-Koch-Institut und durch die Arbeitsanweisung festgelegten Maßnahmen eine feste Vorgabe, welche Schutzmaßnahmen erfolgen. Diese Anordnungen würden schon im Rahmen des Eigenschutzes konsequent eingehalten. Unter anderem müssten Schutzkittel, Handschuhe, spezielle Atemschutzmasken, Schutzbrillen und Schutzhauben vorgehalten und bei jedem Kontakt mit dem Verdachtsfall ausnahmslos getragen werden.

Der Aufwand für die Quarantänebehandlung sei hoch. Zum einen werde die Schutzkleidung nach Benutzung entsorgt und erfordere durch An- und Ablegen mehr Arbeitszeit, so Fischer.

„Natürlich gibt es verschiedene Viruserkrankungen, zum Beispiel die jedes Jahr auftretende Virusgrippe, oder verschiedene Magen-Darm-Viren, die eine Isolierung unabdingbar machen“, ergänzt Morgenfrüh. Deshalb könne das Personal im Umgang mit Isolationsfällen professionell agieren. Die Aufnahme von Verdachtsfällen bedeute keine große Umstellung hinsichtlich der bekannten isolationspflichtigen Erreger.

Mehrarbeit für das Gesundheitsamt

Zusätzliche Arbeit haben die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes. Im Verdachtsfall auf eine Corona-Virus-Erkrankung müssen sie Kontaktpersonen aus dem beruflichen und privaten Umfeld ermitteln, heißt es aus dem Landratsamt. Die Betreffenden werden anschließend informiert. Sollte sich der Verdacht nicht bestätigen, müssen die Kontaktpersonen auch wieder darüber informiert werden.

Aus Sicht des Thüringer Gesundheitsministeriums sei zu bedenken, dass nach derzeitigem Informationsstand das Risiko bei einer Erkrankung mit dem Corona-Virus für gesunde Menschen nicht höher sei als bei einer Virusgrippe. Insgesamt wurden seit Beginn der Grippe-Saison im Oktober in Thüringen über 400 Influenza-Fälle erfasst.

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