Bauernprotest in Bad Langensalza und positives Beispiel in Mühlhausen

Daniel Volkmann und Claudia Bachmann
Reiko Wöllert, der Landesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, vorm Bad Langensalzaer Rathaus. Unterstützt wurde er von Meike und Jona (oben von links) sowie Felix und Elias (unten von links). Sie sind Zimmerleute auf der Walz.

Reiko Wöllert, der Landesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, vorm Bad Langensalzaer Rathaus. Unterstützt wurde er von Meike und Jona (oben von links) sowie Felix und Elias (unten von links). Sie sind Zimmerleute auf der Walz.

Foto: Daniel Volkmann

Unstrut-Hainich-Kreis.  Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft demonstrierte am Freitag in Bad Langensalza. Mit einem Trecker fuhr sie vors Rathaus. Das sind die Forderungen.

Bäuerinnen und Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) demonstrierten am Freitag mit Treckern und Bannern vor den Rathäusern in ganz Thüringen – auch in Bad Langensalza.

Sie forderten transparente Vergabeverfahren von kommunalem Pachtland und kritisierten die bisherige Vergabepraxis nach Höchstgebot und Gewohnheitsrecht. Denn die bestehenden Verfahren benachteiligen ihrer Meinung nach bäuerliche, regionale Betriebe und Existenzgründer, hieß es. Auch in Bad Langensalza übergab die Arbeitsgemeinschaft einen Kriterienkatalog an Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos).

Mühlhausen war ebenfalls Teil des Aktionstages. Hier tauschte sich Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) mit Friedhelm Feindt, dem Geschäftsführer der gemeinnützigen Gut Sambach GmbH, über das Thema aus und nahm einen Kriterienkatalog der AbL entgegen.

Mühlhausen und Gut Sambach arbeiten rund 30 Jahre zusammen

„Die Stadt Mühlhausen arbeitet seit Anfang der 1990er eng mit dem Gut Sambach zusammen. Wir sind dankbar, dass es trotz anfänglicher rechtlicher Bedenken gemeinsam gelungen ist, das Gut über einen Erbbaurechtsvertrag nicht nur zu erhalten, sondern zu einem Leuchtturm des ökologischen Landbaus und als gemeinnützige Einrichtung sowie einer Werkstatt für behinderte Menschen zu machen“, sagte Bruns.

Wegen dieser, wie Feindt sagte, „langjährigen und guten Zusammenarbeit“ sei Mühlhausen ein positives Beispiel für eine am Gemeinwohl ausgerichtete Flächenverpachtung. Mit über 200 Hektar werden rund 20 Prozent der durch die Stadt für landwirtschaftliche Zwecke verpachteten Flächen durch das Gut Sambach genutzt. Gut Sambach leiste „seit vielen Jahren eine großartige und wichtige Arbeit – in sozialer Hinsicht, aber auch als Beitrag zur regionalen Wertschöpfung, Artenvielfalt und zum Klimaschutz“, so Bruns.