„Die Basis erwartet, dass ich mich ins Zeug lege – und das tue ich auch“

Landkreis  Direktkandidaten im Porträt (6) Thomas Gröger von der AfD ist Mitglied des Flügels und will sich für die Infrastruktur im Kreis einsetzen

Thomas Gröger tritt für die AfD im Wahlkreis 9 als Direktkandidat an und liegt zumindest in Prognosen derzeit mit an der Spitze. Sein politisches Engagement begann 2013 mit der Partei, für die er nun kandidiert.

Thomas Gröger tritt für die AfD im Wahlkreis 9 als Direktkandidat an und liegt zumindest in Prognosen derzeit mit an der Spitze. Sein politisches Engagement begann 2013 mit der Partei, für die er nun kandidiert.

Foto: Alexander Volkmann

Thomas Gröger gewinnt für die AfD den Landtagswahlkreis in und um Mühlhausen – zumindest laut aktuellen Prognosen. Ein Grund, sich zurückzulehnen? „Nein. Die Basis erwartet, dass ich mich ins Zeug lege und das tue ich auch“, sagt der Direktkandidat. Er denke aber schon, dass das Rennen knapp werde, zwischen ihm und Jonas Urbach. „Denn besonders im Eichsfeld wird CDU gewählt.“ Beim Plakatieren sei er dort sogar offen angefeindet worden. Aber mit Listenplatz 20 hat Gröger zudem die Chance, per Zweitstimme ins Parlament zu kommen, wenn die aktuellen Prognosen zum AfD-Gesamtergebnis Recht behalten.

Wo Thomas Gröger innerhalb der AfD steht, daran lässt er keinen Zweifel: „Ich kenne Björn Höcke, unterstütze ihn und bin auch Mitglied des Flügels“, sagt er ohne zu zögern. Diese Strömung in der Partei wurde im März vom Bundes-Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft und deshalb seitdem beobachtet. Es gebe „stark verdichtete Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei ihr um eine extremistische Bestrebung handelt“, begründeten die Verfassungsschützer.

Aussagen von führenden Flügel-Vertretern verletzten „alle Elemente der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, die Menschenwürdegarantie sowie das Demokratie- und das Rechtsstaatsprinzip“. Prägend sei zudem die Relativierung des Nationalsozialismus.

Thomas Gröger denkt, „dass es politischen Einfluss auf den Verfassungsschutz gibt, um Gegner zu beschädigen“ und dass Björn Höcke „bewusst negativ dargestellt wird“. So radikal wie bei manchen AfD-Politikern ist Grögers Wortwahl und Argumentation im Gespräch nicht. Aber er verteidigt Höcke ausnahmslos. Die AfD müsse polarisieren, um aufzufallen, sagt er. Und es gelte Meinungsfreiheit – auch für ihre Gegner. Inhaltlich ist er ganz auf AfD-Linie: Er sieht eine fortschreitende Islamisierung Deutschlands, hohe Kriminalität unter Flüchtlingen, unterstellt Muslimen, sich nicht integrieren zu wollen und ist dagegen, qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu holen. Woher dann die vor allem aus Sicht der Wirtschaft nötigen Arbeitskräfte kommen sollen, kann er allerdings auch nicht sagen.

Er wünsche sich „die Normalität vor 2013 zurück“, als es vor allem noch nicht so viele Flüchtlinge gab. Seit 2019 unterstütze er auch die AfD, „die alle meine Probleme ansprach“ , seit 2016 sei er Mitglied. Dass die AfD im Osten besonders stark sei, liege daran, dass die Wähler im Westen „jahrelang umerzogen worden sind. DDR-Bürge sind kritikfähiger“, meint er, weil sie, geschult durch die „Aktuelle Kamera“, nicht einfach alles glauben würden.

Täglich führt der gelernte Landmaschinenschlosser, der heute als CNC-Anwender bei einem Automobilzulieferer arbeitet, Gespräche mit Wählern, wie er sagt. Er verteilt auch selbst Flyer und hängt Plakate auf. Gröger ist in Lengefeld aufgewachsen und lebt heute in Horsmar. In seiner Freizeit schraubt er immer noch gerne an Landmaschinen und anderer Technik.

Seine Ziele seien auch die der Partei, deren Programm er voll mittrage. Nur ein Thema mit lokalem Bezug nennt er: Der Landkreis sei abgehängt und brauche eine bessere Verkehrsinfrastruktur und den Breitband-Ausbau. Den Wahlabend wird er zuerst in einem Wahllokal verbringen und die Auszählung beobachten. Das sei demokratisches Recht und sollte von viel mehr Menschen wahrgenommen werden, meint Gröger.

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