Mühlhäuser Feuerwehr präsentiert neue Schlauchpflegeanlage

Mühlhausen.  Zeit und Wasserersparnis werden mit der neuen Technik deutlich. Alte Waschtechnik war laut Stadtbrandmeister nicht mehr zeitgemäß.

Bei der Mühlhäuser Feuerwehr wurde am Donnerstag eine neue Schlauchpflegeanlage in Betrieb genommen. Feuerwehrmann Sebastian Thiersch (links) und Christoph Holbein (rechts) präsentieren die neue Schlauchpflegeanlage.

Bei der Mühlhäuser Feuerwehr wurde am Donnerstag eine neue Schlauchpflegeanlage in Betrieb genommen. Feuerwehrmann Sebastian Thiersch (links) und Christoph Holbein (rechts) präsentieren die neue Schlauchpflegeanlage.

Foto: Daniel Volkmann

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Waschen, trocknen, prüfen und zusammenrollen das mühsame Schläuche waschen von Hand hat bei der Mühlhäuser Feuerwehr ein Ende. Auf der Wache am Bastmarkt wurde am Donnerstag eine computergesteuerte Schlauchpflegeanlage in Betrieb genommen. Nachdem der Feuerwehrschlauch eingeweicht und an die Pflegeanlage gekoppelt ist, fährt diese ein voll automatisiertes Waschprogramm ab. Der Schlauch wird in den Automaten eingezogen, unter Bürsten mit einem Hochdruckwasserstrahl gesäubert und direkt danach getrocknet. Eine Vakuumabsaugung zieht die Feuchtigkeit aus dem Schlauchgewebe. Im Anschluss wird jede Leitung überprüft und später automatisch zusammen gerollt. Gut 80.000 Euro inklusive 19.500 Euro Förderung vom Kreis und 14.000 Euro vom Land wurden von der Verwaltung investiert.

Laut Stadtbrandmeister Bert Renner habe man die Feuerwehrschläuche nach Löscheinsätzen mit einer mobilen Motorbürste, aber immer von Hand waschen müssen. In der kalten Jahreszeit sei die Reinigung der Leitungen aber nicht immer gleich möglich gewesen. Außerdem habe das Trocknen im Schlauchturm der Wehr besonders im Winter sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Die Folge – die Schläuche waren über einen längeren Zeitraum nicht einsatzbereit. Einige Meter Schlauch habe man zwar auf Reserve, aber zuhause lässt man die schmutzige Wäsche ja auch nicht über mehrere Wochen liegen. Zumal die benutzen Schläuche oft stark verdreckt und mit Schadstoffen befallen sind. Vorteil der neuen Technik sei eine immense Ersparnis an Wasser und Zeit.

„Schon länger haben wir die Anschaffung unserer Schlauchwaschanlage auf dem Plan. So wie wir bisher gewaschen haben, ist es nicht mehr zeitgemäß. Auch die benötigten Prüfdrücke für die Schläuche wurden mit der alten Maschine nicht mehr erreicht“ sagt Bert Renner. Man habe einen günstigen Zeitpunkt abwarten müssen, um den Posten im Haushalt der Stadt einzustellen, auch die Förderanträge mussten bewilligt werden.

In jeder Dienstschicht seien inzwischen zwei Feuerwehrleute zum Schlauchwart ausgebildet, sie sind für das Reinigen und prüfen der Schläuche verantwortlich. Einige Umbauarbeiten waren dennoch nötig, um die Anlage in der Werkstatt der Feuerwache installieren zu können. „Wir können das verunreinigte Wasser nach dem Waschen unserer kontaminierten Schläuche nicht einfach in den Abfluss leiten. Deshalb musste, der Fußboden geöffnet und eine Bodenentwässerung eingebaut werden. Die Anlage ist jetzt an unseren Ölabscheider gekoppelt“, erklärt der Stadtbrandmeister.

Bei der Mühlhäuser Wehr rechne man mit einem Aufkommen von gut 1000 zu reinigenden Schläuchen im Jahr. Auch die Wehren aus den Ortsteilen werden künftig ihre Schläuche hier reinigen und prüfen lassen. Ob benutzt oder nicht, jede Leitung müsse einmal im Jahr sauber gemacht und überprüft werden. Beim Prüfen ginge es vor allem darum, zu schauen, dass der Schlauch den 16-bar-Prüfdruck über insgesamt 60 Sekunden standhält und somit weiter im Dienst steht kann. Zudem überlege man auch anderen Wehren das Schläuche waschen anzubieten. „Unsere Gebührensatzung gibt das her, wir müssen noch einmal darüber beraten, ob wir eventuell einen Service anbieten. Dieser stünde dann allen Wehren zur Verfügung“, erläutert Stadtbrandmeister Renner.

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