Den vielleicht kreativsten Vorschlag gegen Vandalismus habe ich diese Woche aus einem Leserbrief entnehmen dürfen: Angesichts der mit Farbe verunstalteten Blumenfrau auf dem Landesgartenschaugelände in Nordhausen plädierte jemand für die Rückkehr zum Unterrichtstag in der Produktion, wie es ihn in der DDR gab. „Ich schlage vor, das wieder einzuführen und Jugendliche damit zu beschäftigen, die Vandalismus-Schäden zu säubern und wieder herzurichten! Damit sie sehen, wie viel Arbeit es bedeutet, die Folgen zu beseitigen“, heißt es im Schreiben.
So viel Kreativität wünscht man auch den „Künstlern“, die sich zunehmend auf dem Petersberg ausleben. Denn mit den Graffiti, wie sie echte Street-Art-Künstler etwa an Nordbrands Kornsilo oder am Fürstenhof gestaltet haben, hat das dort oben gar nichts zu tun. Das ist mutwillige Zerstörung anderer Leute Eigentum und damit ein erschreckender Mangel an Gemeinsinn und Intellekt. Wenn das ein Hilfeschrei sein soll, ist es der dümmstmögliche. Denn die Täter schaden am Ende sich selbst: Gezielte Jugendarbeit und Angebote für junge Menschen stehen in den Verwaltungen oft genug wegen der Finanzen auf dem Prüfstand. Die Stadt ständig Sachen reparieren zu lassen, wird sicher nicht dazu beitragen, dass das Geld für solche Projekte lockerer sitzt und dass das Vertrauen in selbstverwaltete Jugendzentren steigt.
Peter Cott


