Lauras Augen leuchten. Ihr Siegerlächeln stellt sogar den Goldpokal in den Schatten. Der 23-Jährigen ist ein spektakuläres Debüt geglückt. Erstmals startet sie beim Nordhäuser Silvesterlauf. Prompt ist sie die schnellste Frau im 7,1-Kilometer-Rennen.
Als Laura Engelmann im Ziel an ihrem warmen Tee nippt, kann sie ihr Glück kaum fassen. „Ich wusste nicht, was mich hier erwartet“, blickt sie auf die anspruchsvolle Strecke zurück. „Erst einmal bin ich nur den anderen hinterhergelaufen. Als mir der Kurs nach zwei Runden vertraut war, habe ich mein Tempo angezogen.“
Der Berufsweg bestimmt ihren Lebensmittelpunkt, der derzeit in Bamberg liegt. Doch über die Feiertage ist Laura daheim bei ihrer Familie in Mauderode. Sport ist ihr liebstes Hobby. Drei- bis viermal pro Woche schnürt sie ihre Laufschuhe. Deshalb habe es sie gereizt, sagt sie, auch mal den Nordhäuser Silvesterlauf zu meistern. Nach 34:24 Minuten krönt sie ihre Premiere mit dem Sieg und verweist Dana Kestler (36:13 min) aus Sondershausen auf den Silberplatz.
Die eigene Leistung wird schnell zur Nebensache, denn Dana freut sich sehr über den Laufsieg ihres Mannes. Sebastian Kestler wiederholt seinen Vorjahrestriumph. Der 40-Jährige gewinnt mit einer Zeit von 28:11 Minuten, ist damit drei Sekunden schneller als vor zwölf Monaten. Der Blick auf die Uhr stellt ihn aber nicht restlos zufrieden. „Ich wollte ein bisschen schneller sein“, verrät er im Ziel.
Zwischen seinen beiden erfolgreichen Silvesterläufen hat sich einiges getan in Sebastians Privatleben. Der Baden-Württemberger ist in die Heimatstadt seiner Frau gezogen, startet seitdem für den Sportverein Glückauf Sondershausen. Ambitioniert schaut er aufs neue Jahr: „Wenn ich gesund bleibe, würde ich gern alle Nordthüringer Volksläufe kennenlernen.“
Hinter dem Sieger erkämpfen sich die Nordhäuser Thilo Kühne (29:34 min), Michael Herda (29:52) und Laurent Winzler (30:07) die weiteren Plätze.

Mit zwei Heimsiegen endet das 4-Kilometer-Rennen. Timon Rotter überquert als Erster die Ziellinie nach 17:05 Minuten. Nach der Weihnachtspause habe sich der Lauf „richtig gut angefühlt“, freut sich der 17-Jährige. „Es hat heute wirklich Spaß gemacht.“ Ähnliche Glücksgefühle spürt auch Mia Sophie Reinhardt. Die Nordhäuserin ist wie schon im Vorjahr die schnellste Frau. Ihre Siegerzeit von 21:04 Minuten ist zwar diesmal sieben Sekunden langsamer, aber das juckt die 15-Jährige überhaupt nicht. Gerade der letzte Anstieg vor dem Ziel hat es noch mal in sich.
Cheforganisator Gunnar Haase und sein Team vom Verein LV Altstadt 98 halten unermüdlich die Tradition am Leben. So geht der Silvesterlauf zum 35. Mal in Nordhausen über die Bühne. 124 Freizeitsportler nutzen die Gelegenheit, das Jahr mit einem Volkslauf zu beenden. Doch der Aufwand, der hier betrieben wird, hätte eine größere Teilnehmerzahl verdient.
Die neue Saison steht schon vor der Tür. Mit dem Nordhäuser Albert-Kuntz-Lauf am 24. Februar startet auch wieder der Nordthüringer Volksbank-Laufcup. Erneut bilden acht Etappen diese beliebte Laufserie. Unter anderem zählen der Ellricher Stadtwaldlauf (27. April), der Harztor-Lauf (5. Mai) und der Bleicheröder Vogelberglauf (9. Juni) dazu.


