Innovation aus Nordhausen soll Seefahrt grüner und sicherer machen

Nordhausen.  Batteriezellenhersteller EAS aus Nordhausen erfindet Modulbauweise, die einen Hybrid-Antrieb in Schiffen auf höchstem Sicherheitslevel möglich macht.

Geschäftsführer Michael Deutmeyer im vorigen Jahr am Prüfstand für das EASy Marine Modul. Nun ist die Technik serienreif.

Geschäftsführer Michael Deutmeyer im vorigen Jahr am Prüfstand für das EASy Marine Modul. Nun ist die Technik serienreif.

Foto: Archivbild Marco Kneise

Mehr Sicherheit, weniger Emissionen – mit Nordhäuser Innovation soll Seefahrt grüner werden. Das hat jetzt der Batteriezellenhersteller EAS mitgeteilt. Fundament der Ankündigung sei EASy Marine, ein „einzigartiges Batteriesystem für effizienten Kraftstoffverbrauch in der Schifffahrt“. Schon voriges Jahr stellten die Nordhäuser ihr Produkt auf einer Marinemesse vor und warben mit der Modulbauweise, die es flexibler mache als Konkurrenzerfindungen. Nun ist das Produkt serienreif.

Laut EAS-Geschäftsführer Michael Deutmeyer löst die mechanisch-modulare Bauweise der Batterie für die maritime Industrie gleich drei Probleme auf einmal. Zum einen lasse sich die Batterie an fast jede Schiffsarchitektur anpassen. „Das ist wie Lego für Erwachsene“, schwärmt Vertriebsleiter Frank Diehl. Starre, teils mehr als zwei Meter hohe Batterieschränke gehören ihm zufolge damit künftig der Vergangenheit an.

Erfindung bietet Anwendern drei Vorteile

Zum anderen basiert die Zellchemie der Module laut EAS auf Lithiumeisenphosphat. Das gilt als sehr sicher. Die Batterie kann bei Kurzschluss, Überladung oder mechanischer Beschädigung der Zelle zwar heiß werden. Doch zu brennen beginne sie nicht, heißt es. Dritter Vorteil: Da die Technik Energie sehr schnell abgeben und aufnehmen kann, eignet sie sich laut Frank Diehl besonders für hybride Systeme wie den Einsatz in Verbindung mit Dieselmotoren. Bis zu 30 Prozent des fossilen Brennstoffs ließen sich durch die Nordhäuser Erfindung einsparen.

Die guten Nachrichten aus dem IFA-Park sind insofern erstaunlich, dass EAS im Jahr 2017 hatte Insolvenz anmelden müssen. Durch den Brexit war ein britischer Investor ins Trudeln geraten. Doch ein bulgarischer Investor übernahm, investierte und ließ EAS Luft für Entwicklungsarbeit.

Der Fokus wurde weg vom Automobilmarkt auf den Premiumsektor – etwa in Raumfahrt und Marine – gelenkt. „Der maritime Markt entwickelt sich zunehmend in Richtung hybrider Elektromobilität“, sagt Geschäftsführer Deutmeyer zuversichtlich ob des Erfolgs.