Steiniger Weg in Görsbach zum neuen Vize-Bürgermeister: „Irgendjemand muss die Arbeit ja machen“

Marco Kneise
| Lesedauer: 2 Minuten
Im Dorfgemeinschaftshaus „Zur Schenke“ fand die erste öffentliche Gemeinderatssitzung des Jahres 2023 statt.

Im Dorfgemeinschaftshaus „Zur Schenke“ fand die erste öffentliche Gemeinderatssitzung des Jahres 2023 statt.

Foto: Marco Kneise

Görsbach.  Gemeinderat tut sich mit der Wahl eines stellvertretenden Bürgermeisters schwer. Erstmals wieder ein 2. Beigeordneter im Dorf.

Schwer fiel es Görsbachs Gemeinderatsmitgliedern am Dienstagabend, einen neuen stellvertretenden Bürgermeister zu wählen. Nicht, weil der Tod Lutz Hoffmanns, der dieses Ehrenamt zuvor inne hatte, eine große Lücke im Dorf hinterlassen hat, sondern, weil der von allen erhoffte Kandidat, der nur aus den eigenen Reihen kommen kann, sich schlussendlich dagegen entschied.

Zwar ehre Heinz Junker das ihm entgegengebrachte Vertrauen, doch sieht der engagierte Görsbacher dabei ein großes „aber“. Denn seiner Meinung nach müsse der Gemeinderat wieder mehr lernen, miteinander zu arbeiten und sich nicht immer nur auf ein oder zwei Leute zu verlassen. „Vielleicht war das auch ein kleiner Fehler von Lutz, dass er sehr viel für den Ort schulterte, von dem wir all die Zeit nichts mitbekommen haben.“ Als gutes Beispiel nennt Junker den vergangenen Weihnachtsmarkt, der nur stattfinden konnte, weil die Organisation vom Anfang bis zum Ende auf mehreren Schultern verteilt war. Nimmt er den Posten an und die Verteilung der notwendigen Aufgaben klappt nicht, habe er Angst, wenn er alleine dastehe.

Es folgt eine Diskussionsrunde mit Namen und deren Gründe, warum diese sich nicht in dieser Position sehen. Sei es wegen beruflicher Verpflichtungen, Familie oder zu vielen Ehrenämtern. Erst als Görsbachs Bürgermeisterin Angela Simmen (parteilos) schließlich fordert, sie nicht hängenzulassen und einen Appell an die gewählten Ratsmitglieder richtet, ist es Lutz Hoffmanns Bruder Bernd, der sich erbarmt und vor den Karren spannen lässt, obwohl er selber zugibt, dass bei ihm aktuell die Luft raus sei. „Irgendjemand muss ja die Arbeit machen.“ Also willigt der stellvertretende Ortsbrandmeister ein und stellt sich der Wahl, die letztlich einstimmig für ihn ausfällt. Dessen Stellvertreter wiederum wird Heinz Junker. Beide haben dieses Ehrenamt, bis Mitte 2024 ein neuer Gemeinderat gewählt wird.